Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 12.02.2017


Gala „Wider die Gewalt“

„Man muss den großen Aufwand auch rechtfertigen können“

Zum dritten Mal findet die Gala „Wider die Gewalt“ in Innsbruck statt. Organisatorin Marika Lichter über die Gala und das Thema Gewalt.

Ein besonderes Schmankerl am ,,Fest am Berg" in Jerzens: ein Live-Konzert der Band Bluatschink.

© Bernhard BergerEin besonderes Schmankerl am ,,Fest am Berg" in Jerzens: ein Live-Konzert der Band Bluatschink.



Von Philipp Schwartze

Innsbruck – Vor knapp 30 Jahren hat Marika Lichter erstmals eine Veranstaltung zum Thema „Gewalt in der Familie“ organisiert. Seitdem ist die Wiener Schauspielerin und Sängerin zur Organisatorin einer erfolgreichen Gala geworden.

Neben der seit 27 Jahren stattfindenden Gala „Wider die Gewalt“ in Wien bringt die 67-Jährige den bunten Abend für den guten Zweck am 6. März zum dritten Mal nach Tirol. Auch wenn die Veranstaltung für Spaß und gute Laune sorgt, der Hintergrund ist Ernst. „Ich glaube, gerade im Westen Österreichs ist das Thema akut und aktuell.“ Neben der finanziellen Unterstützung der Vereine geht es auch um Aufmerksamkeit. „Hinschauen statt Wegschauen“ lautet Lichters Credo. Sie will das Publikum zum Nachdenken anregen.

Über die Jahre ist aus der Sache eine Herzensangelegenheit geworden. „Ich könnte gar nicht aufhören. Die Vereine rechnen mit dem Geld“, sagt Lichter. Der Aufwand ist riesig, neben der Gala in Wien muss die Geschäftsführerin vom Verein „Wider die Gewalt“ auch noch die Gala in Innsbruck planen. Tirol sei zwar schon ein anderes Umfeld, den bunten Abend gibt es aber genauso wie in Wien. „Es ist in Innsbruck schon sehr herzlich. Und letzten Endes ist es ja so, dass wir 50.000 Euro pro Jahr an die Vereine hier in Tirol auszahlen“, sagt die Wienerin. Schließlich sei es wichtig, das Geld, das aus Tirol kommt, auch für Projekte im Kampf gegen häusliche Gewalt in Tirol einzusetzen.

Und auch bei der dritten Gala „Wider die Gewalt“ ist eine prominente Gästeliste zustande gekommen. „Mein Prinzip ist ‚für jeden etwas‘: Wenn einer die Volksmusik nicht mag, hat er Jazz dabei oder die Klassik.“ Für einen einmaligen Moment wird beispielsweise Österreichs Song-Contest-Teilnehmer Nathan Trent mit der ersten Live-Performance seines Songs sorgen. Lemo, Helmut Lotti, Bluatschink und das Janoska Ensemble verdeutlichen die Vielfalt an diesem Abend. „Helmut Lotti hat bei der Gala vor 25 Jahren gesungen. Wenn man, wie ich, so lange dabei ist, kann man auch mal sagen: ‚Magst nicht wieder mal vorbeikommen?‘ Und die Leute kommen dann gerne“, freut sich Lichter. Nach jeder Gala gibt es inzwischen Anfragen, ob man nächstes Jahr dabei sein darf. „Sie hat sich schon etabliert und sich zu einer sehr guten Sache entwickelt.“

Trotz musikalischem Genuss verliert Lichter das Ziel nicht aus den Augen. „Letzendlich geht es um das Geld. Natürlich geht es auch darum, dass die Leute einen schönen Abend haben. Aber man muss den großen Aufwand auch rechtfertigen können.“

Die Vorfreude ist bei Lichter jedes Jahr groß. „Am Ende hat man nichts vom schönen Abend. Alle sagen, es war eine tolle Veranstaltung, und ich bin nur hinter der Bühne hin und hergerannt“, lacht die Organisatorin.

Auch in Zukunft soll es die Gala „Wider die Gewalt“ in Innsbruck geben. „Ich bin nicht der Mensch, der etwas anfängt und dann wieder aufhört“, sagt Lichter. Es beginnt bereits die Vorbereitung für nächstes Jahr. „Nach der Gala ist vor der Gala.“

Die dritte Gala „Wider die Gewalt" findet am Montag, 6. März, um 19.30 Uhr unter der Schirmherrschaft der Tiroler Tageszeitung im Tiroler Landestheater Innsbruck statt.

Zu den illusteren Gästen, die dieses Jahr bei der Gala für das bunte Programm sorgen, zählen unter anderem Lemo, Marina & The Kats, Helmut Lotti, Trevor Jackson, das Janoska Ensemble und Bluatschink. Moderiert wird die Veranstaltung von Alfons Haider und Arabella Kiesbauer.

Kartenvorverkauf: An allen oeticket-Verkaufsstellen, im Internet unter www.oeticket.comsowie telefonisch unter 0512/341034. TT-Club-Ermäßigung von 20 %, solange der Vorrat reicht. Karten sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich. Bei oeticket kann der TT-Club-Vorteil auch online genützt werden.

Infos zum Thema: weitere Informationen zum Thema häusliche Gewalt und zum Verein „Wider die Gewalt" unter www.widerdiegewalt.at