Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.03.2017


Innsbruck

Wirbel um barrierefreien Zugang zur Nordkettenbahn

Die Geschäftsführung beschränkte kürzlich einen provisorischen, aber barrierefreien Zugang zur Talstation. Gestern legte man den Retourgang ein.

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© Rudy De Moor / TT



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Der Ärger beim Obmann der Initiative „Baukultur und Lebensraum Hungerburg“, Hanns-Christoph Nägerl, in Innsbruck war dieser Tage groß. Über Jahre war es gelebter Usus, dass Personen im Rollstuhl, mit Kinderwägen oder Rädern aufgrund des nicht barrierefreien Haupteingangs der denkmalgeschützten Nordkettenbahn-Talstation über den ebenerdigen Ausgang zur Gondel zusteigen durften. Aber plötzlich prangte dort ein Schild, dass selbiges nur noch für Rollstuhlfahrer möglich sei. Alle anderen hätten den Haupteingang zu benutzen. Die Treppen dort stellen zwar für Radler kein Problem dar, mit Sicherheit aber mitunter für Familien mit Kinderwägen. „Handelt es sich hier um einen Schildbürgerstreich?“, fragte Nägerl deshalb in einem Brief Bahnenchef Thomas Schroll und BM Christine Oppitz-Plörer.

Auf TT-Anfrage verwies Schroll gestern zunächst darauf, dass die Praxis mit dem Zustieg über den Ausgangsbereich (mittels eigener Klingel) für die Mitarbeiter aufgrund des gestiegenen Gästeandrangs nicht mehr zu bewältigen sei. Immerhin würden beim Haupteingang Drehkreuze das Limit für die Gondelbefüllung vorgeben. Der provisorische Zustieg würde diese Kontrolle für die Mitarbeiter erschweren. Auch der Betriebsrat habe ihn auf die allgemeine Problematik hingewiesen. Versuche, einen Treppenlift oder gar einen Regellift in das Haus einzubauen, seien gescheitert, sagte Schroll. Und zwar am Widerstand des Denkmalamtes, so die Behauptung. Deshalb habe er die Teilsperre veranlasst.

Gabriele Neumann vom Denkmalamt bestätigte gestern diesbezügliche Gespräche. Jedoch versperre man sich keinesfalls einer Lösung. Vielmehr wolle man aber die bestmögliche erzielen. Ein Treppenlift sei suboptimal, derzeit soll in Kooperation mit einem Architekten eine westseitige Zufahrtsrampe in Prüfung sein.

Im Anschluss ging gestern dann alles sehr schnell. Schroll kündigte noch zu Mittag eine Rückkehr zur alten Regelung an. Im Sinne der Gäste, wie Schroll sagte. Die Teilsperre sei „auf Druck des Betriebsrates erfolgt – mit den Konsequenzen werden wir leben müssen“.