Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.07.2017


Axams

Elisabethinum: „Konzept der Inklusion ist voll aufgegangen“

Mit dem heutigen Tag verlassen die ersten Absolventen die Inklusions­klasse am Elisabethinum. Die Schulplätze sind heiß begehrt.

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© slw



Von Denise Daum

Axams – Am Elisabethinum in Axams herrschte gestern Feierstimmung. Bei einer großen Abschlusszeremonie haben die Kinder der Inklusionsklasse gezeigt, was sie in den vergangenen vier Jahren gelernt und erfahren haben. Eliah, Luca, Leo, Lucille und Andreas sind die ersten Absolventen dieser Klasse, die vor vier Jahren als Schulversuch gestartet wurde. Sechs Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und 15 Kinder ohne Förderbedarf werden gemeinsam unterrichtet. Schulleiter Sven Beier erklärt, dass die vergangenen vier Jahre ein ständiger Prozess gewesen seien und das Konzept laufend evaluiert werde. Sein Resümee über die ersten vier abgeschlossenen Jahre: „Das Konzept der Inklusion geht voll auf, alle haben profitiert.“

Pädagogin Regina Hund­egger-Traweger ist sehr stolz auf die Fortschritte, die ihre Schützlinge gemacht haben – sowohl im sozialen als auch im kognitiven Bereich. „Sie haben mehr gelernt, als ich je geglaubt habe. Freilich ist auch der Lehrplan absolut erfüllt.“ Auf die Kinder werde individuell eingegangen, Frontalunterricht gibt es keinen. „Wir haben die Schüler genau im Blick“, erklärt Hund­egger-Traweger.

Überzeugt von der Inklusionsklasse ist auch Doris Unterberger, deren Tochter Irma nach den Ferien in die 3. Klasse kommt. „Für Irma ist das die optimale Schulform. Hier wissen die Pädagogen genau, was sie braucht und wie sie mit ihr umgehen müssen.“ Einziger Wermutstropfen: Die Neunjährige muss von Vomp nach Axams pendeln – ein entsprechendes Angebot in der Nähe gibt es für Irma nämlich nicht. In Vomp würde Irma einen Schulplatz in der Volksschule erhalten – für die Mutter keine zufriedenstellende Lösung.

Eliah, Lucille, Luca und Leo wechseln in die Neue Mittelschule Axams, auf die sie schon gespannt sind. Andreas kommt in eine Sonderschulklasse am Elisabethinum.

Die Inklusionsklasse wird als Schulversuch geführt, der Jahr für Jahr genehmigt werden muss. Die Plätze sind begehrt. „Wir müssen leider auch Schüler abweisen“, bedauert Schulleiter Beier. Die Inklusionsklasse wird als Privatschule des slw-Schulvereins geführt. Das Schulgeld beträgt 95 pro Monat. Eltern von Kindern mit Behinderung sind davon befreit.

2014 wurde die Inklusionsklasse mit der „Inclusia“ ausgezeichnet – ein Preis für hervorragende Projekte im Bereich der Inklusion von Menschen mit mentaler oder Mehrfachbeeinträchtigung.