Letztes Update am Sa, 08.07.2017 20:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

TT-Café: Künftig nur noch ein Wappen für Landeck-Zams

Das Frühstückscafé der TT – zwischen Citypassage und Postamt in Landeck – erwies sich abermals als Publikumsmagnet und Marktplatz für Neuigkeiten.

Das TT-Café zwischen Landecker Citypassage und Postamt war bestens besucht – es gab guten Kaffee und gute Diskussionen.

© ReichleDas TT-Café zwischen Landecker Citypassage und Postamt war bestens besucht – es gab guten Kaffee und gute Diskussionen.



Landeck – Ungetrübtes sommerliches Wetter, Live-Musik von Primetime, Mineralwasser, Kaffee und Gebäck sowie acht Persönlichkeiten aus dem Bezirk, die Moderatorin Margit Bacher zum Interview mit TT-Chefredakteur Alois Vahrner auf die Bühne bat: Das waren die Zutaten beim TT-Café, das Hunderte TT-Leser am Samstag von 9 bis 12 Uhr am Platz der Citypassage erlebt haben. Es war übrigens die 10-Jahr-Jubiläumstour.

Offiziell ist sie (noch) kein Thema – die politische Fusion der Talkessel-Gemeinden Landeck und Zams. Inoffiziell gibt es immer mehr Befürworter, etwa aus Kreisen der Kaufleute. Der Zammer Bürgermeister Siggi Geiger nahm sich kein Blatt vor den Mund: „Wenn die Rahmenbedingungen passen, nimmt Zams alles entgegen. Vielleicht auch die Gemeinde Landeck.“ Finanztechnisch gesehen wäre das sinnvoll, sagte Landecks VBM Thomas Hittler. „Aber es gibt auch gewachsene Strukturen.“ Die Leute in beiden Orten müssten dahinterstehen, so der Vizebürgermeister.

LH Günther Platter erläuterte Fragen zur Flüchtlingsproblematik: „Am Brenner sind täglich 80 bis 100 Polizisten im Einsatz. Sollte der Andrang größer werden, haben wir Vorbereitungen getroffen. Es kann nicht sein, dass Bayern die Grenzen kontrolliert und wir sollen alles durchwinken.“ Für den Fall von illegalen Grenzübertritten am Reschen seien ebenfalls Vorbereitungen getroffen. Über mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl 2018 ließ er sich nicht in die Karten blicken. „Ich lasse mir alle Optionen offen.“

Erstmals zu Gast beim TT-Café war die Zammer Generaloberin Sr. Maria Gerlinde Kätzler. Sie machte auf das Problem mit ausländischen Patienten aufmerksam – das Geld trifft monate- und jahrelang nach der Spitalsbehandlung ein. „Das Krankenhaus St. Vinzenz hat den größten Anteil an ausländischen Patienten. Das macht uns zu schaffen.“ Eine EU-weite Regelung sei nötig. Mit dem 95 Mio. Euro teuren Ausbau sei das Spital in der Lage, alle medizinischen Fächer abzudecken, ausgenommen die Dermatologie. Bei der Nachbesetzung des Bischofsamtes hofft sie auf eine rasche Lösung.

Eine positive Bilanz zum Ischgler Skischuhverbot zog Bürgermeister Werner Kurz: „Die Maßnahme hat sich bewährt, es ist deutlich ruhiger geworden.“ Mit der Umsetzung der jüngsten Großprojekte wie Gemeindekulturzentrum und Parkgarage sei der Verschuldungsgrad der Gemeinde auf 30 Prozent gestiegen. Zur Frage, ob das Ischgler Skigebiet erweitert werden kann, winkt der Gemeindechef ab: „Vieles können wir da nicht mehr machen. Daher investieren wir weiterhin in die Qualität.“ Zahlreiche Aufträge würden dabei im Paznaun und im ganzen Bezirk Landeck vergeben.

Die sensationell erfolgreiche Freestylerin Lara Wolf (17) aus Kappl verriet, es koste sie einiges an Überwindung, spektakuläre Sprünge über eine Riesenschanze zu machen. „Die Sportart ist gefährlich und das Verletzungsrisiko groß.“ Um das Risiko zu minimieren, betreibe sie Trockentraining am Trampolin und auf Wasserschanzen. Für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea sei sie bereits qualifiziert. Medaillenchancen rechnet sich Lara aber nicht aus. Daher reise sie unter dem Motto „Dabei sein ist alles“ nach Pyeongchang.

Simon Zangerl (27) aus Landeck, derzeit einziger Profifußballer aus dem Bezirk, hofft auf einen guten Start bei der WSG Wattens. „Das wäre extrem wichtig.“ Ob er nach dem Einsatz beim spanischen Drittligisten Atlético Baleares (Mallorca) wieder an einen Vertrag mit einem ausländischen Verein denkt? „Nein, derzeit nicht. Außer, der FC Bayern München ruft an.“

Einblick in die Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) gab Gebhard Walter, designierter Chef der WLV-Sektion Tirol: „Die Sofortmaßnahmen nach den Muren 2016 sind abgeschlossen. Aus der Sanna wurden 200.000 Kubikmeter Geschiebe gebaggert.“ Beim Mühlbach (Grins) und auch beim Lattenbach (Pians) habe die WLV umfassende Schutzprojekte geplant. Die Umsetzung am Mühlbach werde bis zu fünf Jahre dauern, am Lattenbach zehn Jahre.

Die Bilanz des Service-Teams zeigt, wie gut besucht das TT-Café in Land­eck war: 1900 Becher Kaffee von Wedl/Testa Rossa und 1300 Stück Gebäck aus der Hofer Backbox sowie 1300 Flaschen Mineralwasser von Montes wurden über die Theke gereicht. Die Hauptpreise gingen an Wolfgang Winkler aus Flirsch (Testa-Rossa-Caffè-Kapselmaschine) und Johannes Schönherr aus Landeck (Gutschein über 300 Euro vom Einkaufszentrum dez). Zahlreiche Besucher informierten sich auch am Hansaton-Stand zum Thema Hören. (hwe)




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