Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.08.2017


Osttirol

Osttirol – Wien und retour:

44 Künstler in der alten Post

Osttiroler, die in Wien Karriere gemacht haben, kehren für die Schau „Hin & Retour 2“ nach Lienz zurück. Vernissage ist am Freitag.

© OblasserDie Plakatkunst von Julius Deutschbauer hat ihren Weg ins alte Lienzer Postamt schon gefunden. Bis zur Ausstellungseröffnung am Freitag sollen auch die restlichen Exponate montiert sein. Foto: Oblasser



Von Catharina Oblasser

Lienz – Julius Deutschbauer ist einer der bekanntesten Plakatkünstler in Österreich. Seine Werke wurden in Berlin, Paris und New York gezeigt, nächstes Jahr widmet die Wiener Albertina ihm die Ausstellung „25 Jahre Plakatkunst Julius Deutschbauer“. Was weniger bekannt ist: Die Mutter des Künstlers stammt aus Strassen, in Osttirol hat er prägende Jahre seiner Jugend verbracht. Damals wohnte er in der Rosengasse.

Dem gebürtigen Matreier Konrad Rautter ist es zu verdanken, dass der neue Hauptbahnhof in Wien mit Prägratner Serpentin ausgelegt ist. Der Architekt bewirkte, dass dem Osttiroler Stein Vorrang gegenüber chinesischem Marmor gegeben wurde.

Georg Ladstätter, ebenfalls Architekt von Beruf, war einer der führenden Köpfe bei der Errichtung der Wiener U-Bahn-Linien.

Fotokünstlerin Anja Manfredi, 1978 in Lienz geboren, leitet heute die Schule für künstlerische Photographie in Wien. Ein Kunstmagazin hat sie kürzlich zu einer der interessantesten Künstlerinnen unter 40 ernannt.

Was alle vier gemeinsam haben: Sie sind bei der Ausstellung „Hin & Retour 2“ vertreten, die am Freitag eröffnet wird. Julius Deutschbauer hat speziell für die Schau das Ankündigungsplakat entworfen. 40 andere Mitwirkende aus Wien, alle mit Osttiroler Wurzeln, präsentieren ebenfalls ihre Arbeiten. Die zweigeteilte Ausstellung wird einerseits in der Spitalskirche, andererseits im ehemaligen Postgebäude gezeigt. Die Post steht vor einem Umbau zu einem Hotel- und Bürogebäude. Dass der Zahn der Zeit an den Innenräumen genagt hat, ist nicht zu übersehen. Doch gerade das bildete einen reizvollen Kontrast zum künstlerischen Zweck, dem die Erdgeschoß-Räume für zwei Wochen dienen, meint Mitorganisator Heinz Kröll.

Die Zahl 2 im Ausstellungstitel bedeutet, dass es vor 20 Jahren bereits einmal eine solche Schau in Lienz gegeben hat, berichten die Organisatoren: Kröll, Robert Niederbacher und Peter Unterweger vom Club Osttirol in Wien, Kulturreferent Uwe Ladstädter und Heidi Fast von der Stadtkultur Lienz.

„Damals waren 22 Künstler dabei“, sagte Peter Unterweger. „Etliche, die damals als vielversprechende Talente gehandelt wurden oder im Frühstadium ihrer künstlerischen Laufbahn waren, haben inzwischen Karriere in der Kunstszene gemacht.“ Einer von ihnen ist Maler Michael Hedwig, der schon vor 20 Jahren vertreten war. Auch diesmal ist er wieder mit dabei. Ebenfalls zum zweiten Mal vertreten ist unter anderem Dorothea Wimmer.

Das Spektrum an künstlerischen Arbeiten ist groß: Es reicht von Malerei, Grafik, Foto- und Plakatkunst über Musik, Design, Graffiti und Architektur bis zum Aktionismus. Folgerichtig gibt es auch einige begleitende Aktionen: Gregor Pokorny wird live eine Holzskulptur im BORG-Areal schaffen. Harald Gsaller hält am 26. August um 20 Uhr im Postamt eine „Artist’s Lecture“ zum Thema Berge.

Hin & Retour 2

Zwei Orte. Die Ausstellung „Hin & Retour" ist sowohl in der Spitalskirche als auch im alten Postamt am Bozner Platz zu sehen. Bis zum 9. September ist sie täglich von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

Vernissage. Am Freitag, den 25. August, um 19 Uhr startet die Vernissage in der Spitalskirche. Dazu spielen Robert Wolf (Soloflötist der Wiener Symphoniker), die vielfach ausgezeichnete Pianistin Agnes Wolf und Cellist Romed Wieser (Wiener Symphoniker). Ab 20 Uhr wird die Vernissage ins alte Postamt verlegt, wo Stefan Nussbaumer eine Sound-Malerei-Performance präsentiert.




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