Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.09.2017


Bezirk Kufstein

Kufsteiner Mieter haben seit Wochen keine Heizung

70 Meter korrodierte Rohrleitung müssen ausgetauscht werden, doch bis heute wurde nicht mit den Grabungsarbeiten begonnen.

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© Michael Mader



Von Michael Mader

Kufstein – „Es ist saukalt!“ Mit diesen Worten melden sich Mieter von Wohnungen in der Stimmerfeldstraße in der Redaktion der Tiroler Tageszeitung. Schon seit Monaten sei die Heizung kaputt, kümmern würde sich aber niemand darum. Angeblich weil die Kosten so hoch seien und die Innsbrucker Immobilienfirma, welche die ehemaligen Buwog-Häuser übernommen hat, erst alles mit der Versicherung abklären müsse, mutmaßt eine Bewohnerin. Betroffen sind jedenfalls 68 Wohnungen in der Stimmerfeldstraße 2, 4, 6, 8, 10 und in der Langkampfner Straße 11 und 13.

Das zuständige Immobilienbüro Lugger kann diese Kritik nicht nachvollziehen. So habe man erst Mitte, Ende August von der beauftragten Hausbesorgerin die Information erhalten, dass die gegenständliche Heizungsanlage nicht in Betrieb genommen werden kann. „Wir haben prompt eine örtliche Installationsfirma mit einer Angebotslegung über die bevorstehenden Reparaturarbeiten beauftragt. Zeitgleich erfolgte eine Versicherungsmeldung sowie ein anschließender Besichtigungstermin mit dem Sachverständigen“, heißt es seitens der Hausverwaltung. Die Installationsfirma habe nach Abgabe einer Garantie, dass die Heizung mit Anfang Oktober wieder in Betrieb genommen werden kann, den Auftrag zu Reparatur erhalten. Allerdings erst am 21. September.

Problem bei der Heizungsreparatur sind rund 70 Meter Rohrleitung im Garten hinter den Häusern, die korrodiert sind. Dafür sind aufwändige Grabungsarbeiten notwendig.

Die Mieter wurden mittels Aushang vom Zeitplan informiert. Die Bau- und Baggerarbeiten sollten in etwa am 26. und 27. September erfolgen, der Austausch der Leitungen und die Inbetriebnahme etwa am 28. und 30. September. Am 6. Oktober sollte die Heizung wieder laufen. „Die seitens der Hausverwaltung vorgesehene Heizperiode von Oktober bis April kann somit eingehalten werden“, steht am Aushang zu lesen.

„Bis heute, 28. September, habe ich keinen einzigen Bagger gesehen“, ärgert sich eine Bewohnerin, die auch bereits bei der Arbeiterkammer in Innsbruck vorstellig wurde. Dort habe man ihr eine Sammelklage bezüglich Mietreduktion empfohlen.

Dem ist die Hausverwaltung bereits zuvorgekommen: „Sollten Mietreduktionen bedingt durch den Heizungsausfall begründet anstehen, werden wir diese auf Basis der gültigen Gesetze selbstverständlich vergüten.“

Für die betroffenen Mieter jedenfalls ein schwacher Trost. Die Zimmertemperatur beträgt in der Früh nur noch 16 Grad Celsius. „Ich brauche im Wohnzimmer eine Wärmflasche“, sagt eine weitere Mieterin. Am Montag sollen die Bauarbeiten nun endgültig beginnen.