Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.10.2017


Schreibwettbewerb

Tirols Kinder träumen von Reichtum und Weltfrieden

Im Rahmen eines Schreibwettbewerbs haben sich Schüler Gedanken über die Zu­kunft gemacht. Das Modell der tradi­tionellen Familie hat nicht ausgedient.

© iStockphotoSchüler haben Kurzgeschichten zum Thema Zukunft verfasst.



Von Denise Daum

Innsbruck – „Ich sitze auf der Terrasse meines Wohnhauses und genieße mit meinem Mann Korbinian und meinen beiden Töchtern Marie und Lena die Sonne. Mit Korbinian bin ich mittlerweile sieben Jahre verheiratet und wir sind noch verliebt wie am ersten Tag. Alles in allem: Ich bin sehr glücklich und liebe meine Familie über alles!“ Die Zukunftswünsche von Tirols Schülerinnen und Schülern sind nicht nur sehr konkret, sondern auch recht profan. Das zeigen die im Rahmen eines Schreibwettbewerbs der Privatstiftung der Sparkasse Innsbruck-Hall eingereichten Arbeiten. 41 Volksschulen und 13 Neue Mittelschulen in den Bildungsregionen Innsbruck-Stadt, Innsbruck-Land/Ost und Innsbruck-Land/West haben teilgenommen, 580 Kurzgeschichten wurden eingereicht. Der Arbeitstitel für die Volksschulen lautete „Wenn ich einmal groß bin!“, für die Mittelschulen „Wie werde ich in 20 Jahren leben“.

Ein Blick in die Arbeiten zeigt, dass sich unsere Schüler nicht nur eine Familie, sondern auch ein bisschen Luxus wünschen: „Ich werde einen Lamboghini (sic) und einen Porsche besitzen“, heißt es. Oder: „Ich möchte Kristalle finden, sie dann verkaufen und reich werden.“ Dabei denken die Schüler aber nicht nur an sich und zeigen sich durchaus idealistisch: „Ich will die Welt verstehen ... Ich möchte Maschinen erfinden, berühmt und reich werden. Aber das Geld will ich nicht behalten, sondern armen Menschen geben.“ Viele träumen davon, dass Frieden auf der Welt herrscht, Hungersnot bekämpft wird und genügend Wasser für alle Menschen zur Verfügung steht.

Bei den Berufswünschen zeigen sich die Schüler sehr kreativ: Von Tiefseetaucherin über U-Boot-Fahrer und Weltraumforscher bis zur Züchterin von magischen Einhörnern ist alles dabei.

Ida Wander von der Privatstiftung der Sparkasse Innsbruck-Hall zeigt sich beeindruckt von der Ernsthaftigkeit, mit der sich die Kinder dem Thema Zukunft gewidmet haben. „Es ist durchaus spannend, was unsere Schüler zu sagen haben“, erklärt Wander.

Vergeben werden sechs Preise zu je 2000 Euro, drei an Volksschulen, drei an Mittelschulen. Derzeit sichtet die Jury – darunter auch Lehrpersonen – die Arbeiten. Die Hauptpreise werden Ende November bei einer Festveranstaltung in Innsbruck übergeben.