Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.10.2017


Bezirk Kitzbühel

Alter Schnee ist bereit für neuen Winter

So früh wie noch nie startet Kitzbühel heuer in die Skisaison. Riesige Schneedepots vom Vorwinter machen es möglich.

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© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel, Mittersill – „Bitte bleiben Sie hier auf dem Weg, die Pistenraupen sind mit Seilen befestigt“, erklärt ein Bergbahnmitarbeiter einigen Wanderern höflich. Sie sind bei traumhaftem Herbstwetter am Resterkogel unterwegs. Zu sehen gibt es aber nicht nur die Bergwelt, sondern auch vier Pistengeräte, die sich gerade daranmachen, Schnee auf der noch grünen Wiese zu verteilen. Die Bergbahn Kitzbühel ist schon in der Vorbereitung auf die Wintersaison.

Morgen Samstag, den 14. Oktober, und damit so früh wie noch nie, starten die Kitzbüheler mit dem ersten Lift im Skigebiet in die Wintersaison. Schnee dafür gibt es genug, gelagert in drei riesigen Depots. Gesamt sind es nicht weniger als 40.000 m3, die auf der Resterhöhe lagern. „Der Sommer war heuer sehr gut, wir verzeichnen so wenig Verlust wie noch nie“, schildert Andreas Hochwimmer, er ist der Betriebsleiter der Bergbahn im Bereich Pass Thurn/Resterhöhe.

Er beziffert den Verlust mit 18 Prozent. Zum Einsatz gekommen sind heuer erstmals neue spezielle Dämmplatten der Firma Steinbacher aus Kirchdorf. „Über die Jahre haben wir mit Steinbacher viel Erfahrung gesammelt. Heuer wurde auch alles bauphysikalisch überwacht und vermessen, damit wir die Schneedeponierung weiter verbessern können“, schildert Hochwimmer.

Seit einer Woche ist er mit etwa zehn Mitarbeitern damit beschäftigt, die Piste für den Skistart vorzubereiten. Für das Wochenende erwartet er wieder einen Ansturm. An die 1500 Erstzutritte hat die Bergbahn Kitzbühel im Vorjahr beim Saisonstart verzeichnet. „Natürlich sind da auch einige Fußgänger dabei, aber der Großteil sind Skifahrer. Auch viele Rennteams kommen bis Dezember zu uns zum Trainieren“, erklärt der Betriebsleiter. Auf der Resterhöhe sind dann die Skistars aus allen Nationen zu finden. „Zum Teil sind wir sogar ausgebucht“, ist Hochwimmer stolz. Neu ist heuer, dass neben der 700 Meter langen und 60 Meter breiten Renn- und Trainingspiste eine eigene, 1,2 Kilometer lange Publikumspiste mit dem Depotschnee präpariert wird.

Der frühe Winterstart sei für das Unternehmen ein großer Erfolg, betont auch Vorstand Josef Burger. „Der frühe Start ist für uns auch wirtschaftlich von Bedeutung und nicht nur eine Bewegungstherapie für die beiden Liftanlagen“, sagt Burger. Zudem würde damit auch der Saisonkartenverkauf angefeuert und die Einnahmen kommen früher in die Kassa. Der Resterhöhe soll aber auch schon bald der Hahnenkamm folgen. Auch hier sind seit dem Vorjahr Schneedepots angelegt. Der Start erfolgt hier am 26. Oktober. „Der Resterkogel ist vor allem zum Training ideal, mit dem Hahnenkamm erreichen wir aber eine weitere Gästeschicht, deshalb starten wir hier auch früher“, erklärt Burger. Noch nicht startbereit ist der neue Jufen-Lift, der heuer gebaut wird. Man liege aber im Zeitplan, wie Burger betont. Die Inbetriebnahme ist für 20. Dezember geplant, „wir versuchen aber, den 14. zu schaffen“, gibt sich Burger zuversichtlich.