Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.10.2017


Bezirk Reutte

Mobilitätsschub im Doppelpack

In Feierlaune waren Feuerwehr und Rotes Kreuz in Elbigenalp. Beide bekamen neue Einsatzfahrzeuge. Das Notarztsystem im Lechtal wird auf neuer Basis weitergeführt.

© RK/RosenGewaschen, poliert und geschmückt präsentierten sich die neuen Dienstfahrzeuge von Rettung und Feuerwehr bei ihrem Dienstantritt (o. l.). Feuerwehrkommandant Johann Pitschnau, BM Markus Gerber und RK-Ortsstellenleiter Christoph Carolus sind stolz auf die neuen Einsatzwägen (r., v. l.). Die gemeinsame Übung weckte das Interesse der Bevölkerung (u. l.).Fotos: RK/Rosen



Elbigenalp – Wenn es ernst wird, muss alles funktionieren, jeder Handgriff sitzen, die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte reibungslos vonstattengehen. Dass dies auch ohne Notfall bestens funktioniert, bewiesen Feuerwehr und Rotes Kreuz in Elbigenalp. Beide hatten jetzt Grund zu feiern, warum dies also nicht gemeinsam machen.

So konnten gleich zwei neue Einsatzfahrzeuge im „Duarf“ eingeweiht und offiziell in den Dienst gestellt werden. Beim einen handelt es sich um ein MTF, ein Mannschafts-Transport-Fahrzeug der Feuerwehr. Der Bus mit neun Sitzplätzen dient in erster Linie dazu, die Einsatz- und Führungskräfte zur Einsatzstelle zu bringen. Die Finanzierung wurde zu je 50 % vom Land Tirol und der Gemeinde Elbigenalp übernommen. Beim zweiten Einsatzwagen handelt es sich um ein neues, voll ausgestattetes Notarztfahrzeug.

Im Zuge des Festes wurde auch das neue Notarztsystem für das Lechtal vorgestellt. Aufgrund der bevorstehenden Pensionierung der beiden niedergelassenen Sprengelärzte Erika Lackner und Vitus Wallnöfer, die beide über viele Jahre als Notärzte im Dienst waren, wurden die Verträge nicht verlängert.

Da sich der nächste Notarztstützpunkt in Reutte befindet und die Anfahrtswege und -zeiten – speziell aus dem oberen Lechtal – zu lange sind, haben sich die Bürgermeister und Vertreter des Landes und der Ärztekammer gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten des oberen Lechtals entschlossen, das Notarztsystem auf eine neue Basis zu stellen. Immerhin gilt es auf einer Gesamtlänge von 75 Kilometern rund 5000 Lechtaler, aufgeteilt auf 13 Gemeinden, zu versorgen. Dies wird weiterhin durch die Sprengelärzte des Lechtals und das Bezirkskrankenhaus Reutte erfolgen.

Der Notarztstützpunkt im Lechtal befindet sich in Elbigenalp, im gleichen Gebäude wie das Rote Kreuz. Es wurde ein eigenes Notarztzimmer mit Bett, Schrank, Schreibtisch und Fernseher eingerichtet. Die Infrastruktur können die diensthabenden Notärzte vom Roten Kreuz Elbigenalp mitnutzen.

Dem Anlass entsprechend stand der Nachmittag nach den offiziellen Feierlichkeiten ganz im Zeichen der Sicherheit. Das Rote Kreuz informierte die Besucher mit einer Gesundheitsstraße und den Grundlagen der Ersten Hilfe. Mit der Feuerwehr ließen sich die Rettungskräfte bei einer Einsatzübung über die Schulter schauen. (TT, fasi)