Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.11.2017


Osttirol

Begegnungsprojekt für Jung und Alt zieht Kreise

„Treffpunkt Generationen“ startet nach der erfolgreichen Pilotphase in Lienz nun in weiteren Gemeinden durch. Gesucht werden noch Moderatoren.

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Von Claudia Funder

Lienz – Gemeinsam Zeit miteinander verbringen. Voneinander, miteinander, übereinander lernen: Ein Pilotprojekt in Osttirol schuf im Herbst 2016 eine sympathische Möglichkeit der zwanglosen Begegnung verschiedener Generationen. Die Idee dazu stammte vom Katholischen Bildungswerk Tirol, welches das Vorhaben mit dem Familienverband Tirol in Kooperation mit dem Bildungshaus Osttirol in Lienz auf Schiene brachte.

Worum geht es konkret? Menschen aller Altersstufen werden in Beziehung gebracht, als Erweiterung der bekannten Eltern-Kind-Treffen – und daher besonders interessant auch für Opas und Omas. Das Credo: Jedes Alter hat etwas zu bieten. Diese unterschiedlichen Potenziale fanden in den fünf Treffen, die es in Lienz bisher gab, bereits bereichernd zusammen.

Der Ablauf: Großeltern, Eltern und Kinder treffen sich einmal im Monat für zwei Stunden, um zu spielen, ins Gespräch zu kommen oder Ausflüge zu machen, sprich: um die gemeinsame Zeit sinnvoll mit Gleichgesinnten zu verbringen und wechselseitig davon zu profitieren.

Fakt ist: Großfamilien werden immer seltener. Parallel dazu steigen aber Lebenserwartung und Generationenvielfalt. Auch hier hakt das Projekt ein. So kann etwa eine Seniorin ohne Familienanschluss, aber mit viel Platz im Herzen, bei den Treffen auch einmal spontan zur Oma auf Zeit für alle teilnehmenden Kinder werden.

Die Pilotphase von „Treffpunkt Generationen“ in Lienz verlief erfolgreich. Nun soll das Netzwerk weiter gespannt und auf alle Regionen Ost- und Nordtirols ausgeweitet werden. Im Bezirk Schwaz ist man schon aktiv, in Landeck und im Wipptal ist das Projekt gerade im Entstehen.

In Osttirol wolle man nun in weiteren Gemeinden durchstarten, verrät Angelika Stegmayr, Leiterin des Katholischen Bildungswerks Tirol. „Dazu suchen wir noch interessierte Personen, die als Moderatoren tätig sein möchten.“ Jedes Treffen wird nämlich von einem solchen gestaltet und begleitet.

Was sollte man dafür mitbringen? „Interesse, Freude am gemeinsamen Tun und Erfahrung in der Elternrolle oder schon als Opa oder Oma“, antwortet Stegmayr.

Das sonst noch nötige Rüstzeug erhalten Personen, die sich auf diese spannende Aufgabe einlassen, im Zuge einer kostenlosen Einschulung. In dieser wird etwa vermittelt, was der Treffpunkt Generationen genau ist, wie ein solcher in der jeweiligen Gemeinde angeboten werden könnte, wie die Treffen ablaufen und man ein Motto finden sowie dieses praktisch umsetzen kann.

Die Einschulung für künftige Moderatoren findet am 17. November von 16 bis 20 Uhr und am 18. November von 9 bis 13 Uhr im Bildungshaus Osttirol statt. Referentin ist die diplomierte Elternbildnerin und Logotherapeutin Evelyn Stelzl. Wer Interesse hat: Anmeldung und Infos unter Tel. 0512/22304801.