Letztes Update am Fr, 19.01.2018 11:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage

Fake News haben für Mehrheit der Österreicher Wahlausgang beeinflusst

59 Prozent sehen in manipulierten Nachrichten eine Bedrohung der Gesellschaft.

© TT/Böhm



Linz – Die ÖVP hat zwar alle Klagen gegen die SPÖ und deren Ex-Berater Tal Silberstein wegen der Dirty Campaigning-Affäre im Nationalratswahlkampf zurückgezogen. Dennoch sind sich drei Fünftel der Österreicher „einigermaßen sicher“, dass Fake News den Wahlausgang im Herbst 2017 beeinflusst haben. Zu dem Ergebnis kommt eine vergleichende IMAS-Studie, die am Freitag in Linz veröffentlicht wurde.

Das Linzer Meinungsforschungsinstitut hatte noch vor Auffliegen der Causa um verdeckte Pro- und Anti-Sebastian Kurz-Facebookseiten die Auswirkungen von manipulierten Nachrichten erhoben. Nach Abschluss der Umfrage von 1.078 Österreichern ab 16 Jahre wurde dann das Dirty Campaigning publik. Somit entschied IMAS, eine zweite Befragung durchzuführen, um die Resultate zu vergleichen. Das Ergebnis der 1.151 Interviewten ab 16 Jahre: Der Anteil derer, die an einen Einfluss auf das Wahlergebnis glauben, stieg um 14 Prozentpunkte von 44 auf 58 Prozent. Generell äußerten bei der zweiten Messung auch 60 Prozent der Österreicher den Eindruck, dass im Wahlkampf bewusst Fehlinformationen über Kandidaten und Parteien in Umlauf gebracht worden seien. Bei der ersten Umfrage meinten das 47 Prozent.

Die Konsequenz, die der Großteil der Bevölkerung aus dem Nationalratswahlkampf vorigen Jahres gezogen hat: Für 59 Prozent stellen Fake News eine Bedrohung für die Gesellschaft dar. Vor Auffliegen der gefälschten Kurz-Facebookseiten sagten dies 48 Prozent. Generell kennen drei von vier Österreichern den Begriff Fake News, besonders Männer, Personen ab 60 Jahre und Menschen mit höherer Bildung. Dieser Wert blieb in den Studien nahezu unverändert (erste Studie: 74 Prozent, zweite Studie: 75 Prozent). (APA)




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