Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.01.2018


Bezirk Imst

Kulinarik zum Abbau von Barrieren

Freiwillige sind beim Thema Integration nicht wegzudenken. „Überm Tellerrand“ versucht, die Kulturen einander näherzubringen.

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© Dorn



Von Agnes Dorn

Imst – Auf das Interview warten, auf den Asylbescheid warten, Deutsch lernen, so weit es geht gemeinnützigen Tätigkeiten nachgehen, sich ehrenamtlich engagieren und vor allem den Kontakt mit den Einheimischen pflegen – gerade Letzteres ist für Asylwerber wohl genau jene Tätigkeit, bei der sie sich am schnellsten in die Gesellschaft integrieren. Doch ohne das vielgerühmte Ehrenamt wären wohl schwer die ersten Schnittstellen zu finden, an denen ein Zusammentreffen von Asylwerbern und ansässigen Imstern stattfindet, und ohne Integrationsbüro würde dem Ehrenamt auch gewissermaßen das Dach fehlen.

Das Integrationsbüro der Stadtgemeinde Imst unter der Leitung von Kirsten Mayr hat es sich unter anderem auch zur Aufgabe gemacht, einmal im Monat gemeinsam mit Ehrenamtlichen und einer Gruppe von Asylwerbern im Flüchtlingsheim Sonneninsel einen Begegnungsabend unter dem Motto „Überm Tellerrand“ zu veranstalten. „Dabei kommt es zu einem gemütlichen Beisammensein und es kann ein kultureller Austausch stattfinden – wie unser altbekanntes Sprichwort so schön sagt: Beim Essen kemmen d’Leit z’samm“, freut sich Mayr über die gesellige Atmosphäre. Jeden dritten Freitag im Monat wird ein Raum zum Restaurant umgewandelt und die Gäste werden mit kulinarischen Köstlichkeiten aus den Heimatländern der Bewohner verwöhnt. Zum nächsten „Restaurant Day“ in der Sonneninsel laden die Gastgeber am 26. Jänner ab 19 Uhr alle Interessierten ein. Auf dem Speiseplan stehen diesmal ausschließlich Spezialitäten der afghanischen Küche.

Wer dagegen gerne beim Kaffee hoangartet und dies auch einmal in einer anderen als der deutschen Sprache, dem bietet sich jeden ersten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr die Möglichkeit, dies beim „Sprachencafé“ zu tun. Dann treffen sich nämlich im Café Rosengartl beim Pflegezentrum Gurgltal Interessierte, um sich miteinander in verschiedenen Sprachen zu unterhalten. Die Sprachtische werden von Muttersprachlern geleitet. „Ein paar Grundkenntnisse sollte man allerdings schon aufweisen“, bemerkt Mayr. Neben Deutsch sind an den Tischen regelmäßig Konversationen auf Englisch, Spanisch, Arabisch, Türkisch, Französisch, Italienisch und Ungarisch zu vernehmen. Auch hier sind neben dem Integrationsbüro wieder einige Ehrenamtliche im Hintergrund tätig, die das Zustandekommen der Treffen ermöglichen. An ehrenamtlicher Mitarbeit, am Sprachencafé oder am nächsten Restaurant Day Interessierte können sich an Kirsten Mayr, entweder telefonisch unter 0664/60698218 oder per E-Mail an integrationsbuero@cni.at, wenden.