Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.02.2018


Tirol

Landeslogo zu Unrecht verwendet

Ein Charity-Verein warb im Internet mit dem Landeslogo. Jetzt ist das Land eingeschritten.

Die Spenden sollen Trennungsvätern zugutekommen, die ihre Kinder nur unter kostspieliger Aufsicht sehen dürfen.

© Symbolfoto: KeystoneDie Spenden sollen Trennungsvätern zugutekommen, die ihre Kinder nur unter kostspieliger Aufsicht sehen dürfen.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Kindern, „die nicht auf der Sonnenseite stehen, soll unsere Hilfe zugutekommen“. So lautet der Aufruf, mit dem ein Charity-Verein aus dem Großraum Innsbruck im Internet um Spenden ersucht. Offenbar mit Unterstützung des Landes Tirol – zumindest erweckte das Landeslogo auf der Webseite diesen Eindruck. Doch jetzt ist der markante Schriftzug verschwunden – „ich hab’ ihn von der Seite genommen, weil ich von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land diesbezüglich kontaktiert wurde“, erklärt der Obmann. Tatsächlich war es das Amt der Tiroler Landesregierung, die den Vereinsgründer auf die missbräuchliche Verwendung des Logos aufmerksam machte: „Es ist ausschließlich landesnahen Unternehmen gestattet (unter Autorisierung durch das Land Tirol), das Landeslogo zu verwenden“, heißt es in einem Schreiben, das dem Vereinsgründer zuging: „Zusätzlich darf ich Sie ersuchen, den Wortlaut ‚Aufsichtsbehörde Bezirkshauptmannschaft Innsbruck‘ von Ihrer Webseite zu entfernen, da dies irreführend ist und man vermuten könnte, dass die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck mit Ihrem Verein in Verbindung steht bzw. als Aufsichtsbehörde den Verein unterstützt.“

Abseits der Sache mit dem Landeslogo ist auch der Verwendungszweck der Spenden auf der Homepage nicht eindeutig ersichtlich. Unter der Überschrift „Wir wollen helfen“ ist von Kindern die Rede, deren gesundheitliche Situation mit dem sozialen Status und den Einkommensverhältnissen der Eltern zusammenhängt. Ein langer Text, der wortwörtlich der Tageszeitung Die Presse entnommen wurde.

Auf Anfrage der TT spricht der Vereinsobmann von einem anderen Verwendungszweck: Die Spenden seien für jene Väter gedacht, die ihre Kinder nur unter Aufsicht sehen dürfen: „Diese Besuchsbegleitung kostet viel Geld und das können sich zahlreiche Väter nicht leisten.“ Mit den Spenden soll gewährleistet werden, dass der Kontakt zu den Kindern nicht am Geld scheitert. Der Obmann räumt weiters ein, selbst ein Betroffener zu sein. Das Spendenaufkommen hielt sich laut Obmann bisher in Grenzen: „Es ist noch nicht viel eingegangen.“ Aber richtig losgehen solle es ohnehin erst im Sommer.




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