Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.02.2018


Exklusiv

Mit zwei Promille Feuerwehreinsatz im Unterland geleitet

Ein Unterländer Feuerwehrkommandant musste bei einem Einsatz den Führerschein abgeben.

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© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Zwei Promille Alkohol im Blut, Führerschein eingezogen: Für einen Unterländer Feuerwehrkommandanten fand ein Einsatz kürzlich ein abruptes Ende. „Das ist dumm gelaufen, mein Fehler, ich hab’ mich bereits entschuldigt“, zeigt der Chef einer kleinen Ortsfeuerwehr durchaus Einsicht.

Es war vor zehn Tagen, als sich im Unterland ein Verkehrsunfall ereignete. Der Auftakt für den Feuerwehreinsatz – die Freiwilligen mussten ein Schwerfahrzeug bergen. Auch der Kommandant erfuhr vom Unfall. Allerdings zu einem für ihn ungünstigen Zeitpunkt. „Ich war beim Skitag und dann noch im Après-Ski-Lokal“, schildert der Unterländer. „Geplant war, dass ich mit dem Taxi nach Hause fahre.“ Doch der Notfall führte zu einer Änderung des Plans. Schließlich saß der Feuerwehrchef doch am Steuer seines Privat-Pkw und machte sich auf den Weg zum Unfallort. Um schneller voran­zukommen, aktivierte er die Leuchttafel mit der Aufschrift „Feuerwehr im Einsatz“, die bei der Sonnenblende im Pkw angebracht ist. Ein weiterer Fehler, wie sich bald herausstellen sollte. Allerdings mit nicht ganz so unangenehmen Folgen.

Am Einsatzort eingetroffen, beging der Kommandant vor allem in Anbetracht seines Zustandes den dritten Fehler: Er ließ sich auf eine Diskussion mit den Polizeibeamten ein, die bereits an der Unfallstelle eingetroffen waren und diese absicherten. Der Grund war eine Meinungsverschiedenheit. „Wir hatten vom Land die Anweisung, die Straße für den Verkehr zu sperren. Die Polizei hat aber die Autos durchgewunken“, schildert der Kommandant den Auslöser. Im promillebedingten Überschwang suchte der Feuerwehrchef das Gespräch mit den Beamten: „Das war keine so gute Idee“, räumt er jetzt ein. Es kam, wie es kommen musste: Die Polizisten rochen die Après-Ski-Fahne und baten den Unterländer zum Alkoholtest. Mit dem eingangs erwähnten Ergebnis – der Alkomat zeigte „in etwa zwei Promille an“, räumt der Feuerwehrchef ein. Damit war der Einsatz für ihn beendet und der Führerschein weg.

Weiters stellten die Polizisten fest, dass das noch immer blau blinkende „Feuerwehr im Einsatz“-Schild hinter der Windschutzscheibe des Kommandanten-Pkw einem nicht genehmigten Blaulicht entsprechen würde. „Auch in der Sache muss ich wohl mit einem Strafbescheid rechnen.“

Der Kommandant versuchte erst gar nicht, die unangenehme Causa unter der Decke zu halten. Bald nach dem Zwischenfall verständigte er die Bezirksleitung der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich hab mich am nächsten Tag auch bei der Polizei entschuldigt, die Sache ist für mich erledigt“, sagt der Unterländer, der seit sechs Jahren die Ortsfeuerwehr kommandiert und erst kürzlich bei der Wahl im Jänner in seinem Amt bestätigt wurde. Und das soll auch so bleiben, für einen Rücktritt sieht der Feuerwehrchef keine Notwendigkeit.