Letztes Update am Mi, 28.03.2018 11:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

„Nachtgastronomie in den Bögen ist nicht erwünscht“

Ein neues Lichtkonzept soll für mehr Sicherheit entlang der Innsbrucker Bogenmeile sorgen. Die ÖBB wollen indes ihre Vergabepolitik ändern.

© IKBDas neue Beleuchtungskonzept der IKB macht die Bogenmeile zur hellsten Straße Innsbrucks.



Von Denise Daum

Innsbruck – Es ist die Ausgehmeile von Innsbruck, die gleichermaßen berühmt wie berüchtigt ist: die Bögen in der Ing.-Etzel-Straße. Dort reiht sich ein Lokal ans nächste, der Großteil hat zumindest an den Wochenenden bis in die Morgen- oder gar Vormittagsstunden offen. Und die Vorfälle genau in diesen Stunden verschaffen den Bögen ihren schlechten Ruf, wie Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler weiß: „Aus polizeilicher Sicht sind die Bögen großteils völlig harmlos. An den Wochenenden zwischen 2 und 6 Uhr haben wir hier jedoch eine Konzentration an Delikten.“ Um dagegenzusteuern, setzt die Stadtpolizei auf eine verstärkte Videoüberwachung sowie vermehrte Streifen.

Unterstützung kommt auch von den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB), die nun entlang der Bogenmeile ein neues Lichtkonzept installiert haben. Der Straßenzug von der Kreuzung Museumstraße bis zur Kreuzung Dreiheiligenstraße wurde mit besonders starken LED-Leuchten ausgestattet. Die Ing.-Etzel-Straße ist damit die hellste Straße Innsbrucks. Stadtpolizeichef Kirchler ist überzeugt, dass eine gute Beleuchtung gerade gezielte Straftaten wie Diebstähle verhindern kann.

Das Viadukt mit knapp 170 Bögen gehört den ÖBB. Diese hätten mit ihrer Vergabepolitik in den 90er-Jahren dazu beigetragen, dass die Bogenmeile zu einem Ausgeh-Hotspot wurde, räumt Arno König vom ÖBB-Immobilienmanagement ein. Damit soll nun aber Schluss sein: „Die Nachtgastronomie ist nicht mehr erwünscht und wird es in dieser Form nicht mehr geben“, betont König. Die Vergabepolitik werde geändert und Mieter sehr sorgfältig ausgewählt. Zudem werden in den kommenden Monaten die Stirnwände sandgestrahlt, um eine optische Attraktivierung zu erreichen. Für Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ist die neue Beleuchtung nicht nur eine Unterstützung für die Exekutive, sondern auch eine Aufwertung der Bogenmeile.

ÖVP-Sicherheitssprecher Franz Hitzl verweist indes darauf, dass seine Partei schon lange auf eine verbesserte Beleuchtung für die Bogenmeile gedrängt habe. Kurz vor den Gemeinderatswahlen sei der Bürgermeisterin „doch noch ein Licht aufgegangen“, freut sich Hitzl.