Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.05.2018


Innsbruck-Land

Bildungshaus St. Michael: Kraftort lädt zum Tag der offenen Tür

Modern und minimalistisch präsentiert sich das wiedereröffnete Bildungshaus St. Michael in Pfons.

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© stegmayr



Von Markus Stegmayr

Pfons – Nach nur zwölf Monaten Bauzeit hat das Bildungshaus St. Michael in Pfons im Februar wieder erste bildungshungrige Gäste beherbergt. Das neue Gebäude wirkt minimalistisch, fast ein wenig karg. Der Neubau fügt sich dadurch aber organisch in die idyllische Landschaft ein. „Die Natur ist mächtiger als das Haus“, sagt Leiterin Barbara Haas.

Die „liebenswerte alte Dame“, wie Haas das alte Bildungshaus bezeichnet, ist Geschichte. Im November 2016 wurde es abgerissen, mit dem Neubau begann man im Jänner 2017. Stolze 14 Millionen Euro hat die Diözese Innsbruck für das neue Bildungshaus in die Hand genommen. Es ist ein Passivhaus und klimaaktiv, verfügt über Wärmepumpen und eine Photovoltaik-Anlage. Gebaut wurde es überwiegend aus Holz.

Bei der Führung durch das 58 Zimmer, 12 Seminarräume und neuerdings auch ein Café umfassende Haus werden auch die inhaltlichen Schwerpunkte Spiritualität, Persönlichkeitsbildung und Familien- und Lebensbegleitung sichtbar.

Haas scheint mittlerweile im Einklang mit dem Haus zu leben und zu arbeiten. Aber aller Anfang war schwer. Die Zufahrten zum Haus sind eng, das Material herzuschaffen war oft herausfordernd. Dazu kamen Wind und Wetter sowie viele Murenabgänge im Wipptal.

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In ihre Rolle als Leiterin des Hauses ist die 52-jährige ehemalige Lehrerin mittlerweile gut hineingewachsen. Sie übernahm den Job Ende 2014, als der Neubau schon besiegelt war. „Das Einarbeiten war aber heftig“, gibt sie zu. Vorher war Haas als Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs tätig. „Ein Bildungshaus zu leiten ist eine große Aufgabe, denn man spielt verschiedene Rollen“, sagt sie. Zur Komplexität der Aufgabe tragen auch die unterschiedlichen Gruppen bei, die sich übers Jahr verteilt die Klinke in die Hand geben. Man begegnet Schülern genauso wie Teilnehmern von Schweige-Exerzitien. „Und alle müssen sich im Haus wohlfühlen“, sagt Haas.

Für die Zukunft wünscht sich Haas eine verstärkte Verortung in der Region. „Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt, dann muss man die Türen weit aufmachen, damit möglichst viele Menschen etwas davon haben“, sagt sie. Man wolle künftig auch mehr Leute, die nur für einen Tag kommen. „Das war bisher nicht üblich, weil wir die Seminarräume dafür nicht hatten“, sagt Haas.

Heute wird im neuen Bildungshaus St. Michael zum Tag der offenen Tür geladen (siehe Factbox).

Tag der offenen Tür

Buntes Rahmenprogramm am 1. Mai: Gestartet wird mit einer Happy Hour im neuen Café Michael von 11 bis 12 Uhr. Ab 13 Uhr werden Workshops und Einblicke ins Bildungsprogramm geboten samt speziellem Kinderprogramm. Beim „Marktl“ werden regionale Produkte angeboten. Die Landesmusikschule Wipptal sorgt für gute Stimmung.

Hausführungen: Um 12 und um 15.30 Uhr werden eigene Führungen durch das neue Bildungshaus angeboten.