Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.05.2018


Osttirol

Das Lienzer Gymnasium platzt aus allen Nähten

Das Lienzer Gymnasium und Realgymnasium erlebte in den letzten paar Jahren einen ungeahnten Ansturm. Biologie- und Lesesaal wurden zu Klassenzimmern. Nun verhandelt die Schulführung über einen Zubau.

© BlassnigDas Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Lienz hat derzeit etwa 840 Schülerinnen und Schüler. Vor allem die Zehnjährigen drängen in die AHS-Unterstufe.Foto: Blassnig



Von Catharina Oblasser

Lienz – In den letzten drei bis vier Jahren ist das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Lienz – meist als „Gym“ bezeichet – immer stärker ausgelastet worden. Statt 720 Schülerinnen und Schülern sind es nun 840, statt 32 Klassen, verteilt auf die acht Schulstufen, sind es 36. Bei den Gym-Anfängern macht sich die Steigerung besonders bemerkbar. Zurzeit sind diese auf sechs erste Klassen aufgeteilt, und laut den Anmeldungen für das Schuljahr 2018/19 wird das auch weiterhin so sein. Die AHS-Unterstufe umfasst 24 der 36 Klassen.

Was auf der einen Seite erfreulich für die Schulführung ist, macht Gym-Direktor Roland Rossbacher auf der andere Seite auch Sorgen. Denn es wird eng in dem großen Bauwerk in der Maximilianstraße. „Unsere Platzreserven sind ausgeschöpft“, sagt Rossbacher. „Wir mussten Sonderräume wie den Biologiesaal und den Leseraum der Bibliothek zu Klassenzimmern umfunktionieren.“

Dazu kommen die Engpässe an den Computern, und das vor allem zur Matura­zeit. Denn heutzutage werden nicht nur rund 50 Prozent aller Schularbeiten, sondern auch die schriftlichen Reifeprüfungen am Computer verfasst. „Unser EDV-Saal mit 28 Sitzplätzen kann deshalb kaum mehr für den eigentlichen Unterricht verwendet werden“, sagt der Direktor.

Um das Platzproblem zu lösen, laufen Gespräche mit dem Landesschulrat Tirol und der Bundesimmobiliengesellschaft. Die Fläche, auf der sich das Konvikt befand, ist übrigens nicht Teil der Gespräche. „Gymnasium und ehemaliges Konvikt sind zwei separate Parzellen“, erklärt Rossbacher.

Verschiedene Varianten werden besprochen. An Freiflächen stehen der kleine Schulgarten vor dem Eingang und der Sportplatz zur Verfügung. Doch keines von beiden möchte die Schulführung aufgeben. „Beim unserem Sportplatz ist es außerdem so, dass der auch von den Schülern des BORG benützt wird“, schildert der Gym-Direktor. Eine Möglichkeit wäre die Aufstockung des eingeschoßigen Turnsaaltrakts. Dort könnten zusätzliche Klassenzimmer entstehen, auch die Nachmittagsbetreuung wäre ausbaufähig, meint Schulleiter Rossbacher.

Das Lienzer Gymnasium ist die einzige Schule im Umkreis von etwa 80 Kilometern, die eine AHS-Unterstufe anbietet. Der Einzugsbereich umfasst nicht nur Osttirol, sondern auch Oberkärnten. Schülerinnen und Schüler kommen aus Heiligenblut, Kötschach-Mauthen, Greifenburg oder dem Kärntner Lesachtal.

„Anders als an so manchem Nordtiroler Gymnasium wurde in Lienz noch kein Kind aus Platzgründen abgewiesen“, sagt Roland Rossbacher. „Und das wollen wir auch weiterhin nicht tun.“