Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.05.2018


Bezirk Landeck

Kaunertal wird radtauglich

Der TVB Tiroler Oberland baut einen Geh- und Radweg ins Kaunertal. Im kommenden Jahr soll er fertig werden.

© Wenzel



Von Matthias Reichle

Kaunertal, Kauns, Kaunerberg – Enge Straßen und Kurven, zahlreiche Galerie­n, viel Verkehr – für Biker ist die Strecke ins Kaunertal nicht ungefährlic­h. Genussradler zieht er eher nicht an. Das soll sich bis ins kommende Jahr ändern.

Im Paznaun, im Stanzertal, im Talkessel Landeck und im Obergricht wird derzeit emsig an neuen Radwegen geplant – und auch im Kaunertal gibt es dementsprechende Pläne, wie der Obmann des Tourismusverbands Tiroler Oberland, Armin Falkner, bestätigt.

Beim neuen „Geh- und Radweg“ befindet sich das Planungsteam bei den letzten Abstimmungen mit den Grundeigentümern. Er führt nicht entlang der Landes­straße, sondern etwas abseits – von Prutz über Faggen, Gufe­r, Kauns und Kaltenbrunn bis nach Feichten.

Der Knackpunkt sei derzeit noch die Strecke zwischen Kauns und Kaltenbrunn, so Falkner. Hier gebe es mehrere Varianten. Grundsätzlich gelte, dass man den Radweg dort, wo es möglich und sinnvoll ist, vom bestehenden Pilgerweg trennen möchte. Derzeit gibt es unter anderem noch Absprachen mit dem Dekanat. „Wir wollen die Zustimmung der Pfarre“, ergänzt der Kauner Bürgermeister Matthias Schranz. „Es ist uns wichtig, dass es hier ein Einvernehmen gibt.“ Er sieht im Weg eine Bereicherung für Radfahrer und Pilger.

Die neue Route soll vor allem Familien anziehen – und verbindet gleich mehrere kulturelle Highlights des Tales, wie die bekannte Wallfahrtskirche Kaltenbrunn, die Burg Berneck oder den Hangkanal, wie Falkner betont.

Bis zur kommenden Sommersaison soll das Projekt abgeschlossen und die ersten Biker auf dem Weg unterwegs sein, so Falkner: Heuer sollen die Bewilligungsverfahren abgeschlossen werden. Das solle sich ausgehen, „wenn nicht ein seltenes Huhn oder Pflanze entdeckt wird.“

Der Aufwand sei überschaubar, ist man doch großteils auf bestehenden Straßen unterwegs. Es gehe lediglich darum, ein rund 500 Meter langes Teilstück neu zu errichten.