Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.05.2018


Bezirk Kitzbühel

Knappes Rennen um Posten des Bezirkskommandanten

Die Feuerwehren im Bezirk sind gespalten. Bei der Wahl zum Kommandanten der Bezirksfeuerwehr entschied eine Stimme.

© Harald AngererTraditionell beginnt der Bezirksfeuerwehrtag mit der Aufstellung der Abordnungen und einem Umzug.Foto: Angerer



Von Harald Angerer

St. Ulrich a. P. — Die Feuerwehren des Bezirks treffen sich alljährlich zum Bezirksfeuerwehrtag, der inzwischen zu einem Abend zusammengeschrumpft ist. Heuer wurde die Jahreshauptversammlung der Feuerwehren in St. Ulrich am Pillersee abgehalten. Dabei wird vor allem Bilanz gezogen. Lediglich alle fünf Jahre kommt Spannung auf. Da wird ein neues Bezirkskommando gewählt. Vor fünf Jahren erst wurde Karl Meusburger zum Bezirksfeuerwehrkommandanten gewählt, und schon bei seiner ersten Wahl als amtierender Kommandant musste er sich einem Gegenkandidaten stellen.

Die Spannung im Kulturzentrum war bis zur Wahl zu spüren, denn neben der Wahl zum Kommandanten — mit zwei Kandidaten — musste auch der Bezirkskassier neu besetzt werden. Fred Haßlwanter stellte sich nicht mehr zur Wahl. Hier gab es mit Michael Ortner (FF Waidring) nur einen Kandidaten. Ein Wechsel war auch beim stellvertretenden Kommandanten fix, da Christoph Schipflinger nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Es wurde ein Wahlvorschlag für Martin Mitterer, Abschnittskommandant Pillersee, eingebracht. Er wurde mit großer Mehrheit gewählt. Ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde Schriftführer Andreas Schroll.

Als Herausforderer zu Meusburger stieg der Kelchsauer Hanspeter Wurzrainer in den Ring. Er hatte dafür das Amt des Abschnittskommandanten Brixental zurückgelegt. Meusburger bekräftigte noch vor den Neuwahlen, dass er gerne weitermachen würde. Das kann er nun auch, denn Meusburger konnte Wurzrainer abwehren, aber denkbar knapp. Der Bezirksfeuerwehrkommandant entschied die Wahl mit 49 zu 47 Delegierten-Stimmen für sich. Dementsprechend kämpferisch gab er sich dann nach der Wahl. „Ich werde keine persönlichen Animositäten zulassen", verkündete der neue und alte Bezirkskommandant, verbunden mit einem Angebot zur „vernünftigen Zusammenarbeit", wie er es bezeichnete.

Doch schon beim allfälligen Teil goss der Untere-Schranne-­Abschnittskommandant und Kommandant der Feuerwehr St. Johann Ernst Stöckl Öl ins Feuer. „Zu uns hast du noch gesagt, dass du bei 50 Prozent plus einer Stimme nicht weitermachst, aber jetzt ist halt alles anders", sagte Stöckl, betonte dann aber trotzdem die Einheit der Feuerwehren im Bezirk Kitzbühel.

Die Zahlen waren fast Nebensache bei der Versammlung, sind aber dennoch wieder beeindruckend. Die 25 Feuerwehren und zwei Löschgruppen verzeichnen einen Mitgliederstan­d von insgesamt 2140 Frauen, Männern und Jugendlichen. Im Jahr 2017 waren die Bezirkswehren 1244-mal im Einsatz, das entspricht 18.690 Einsatzstunden. Dabei haben die technischen Einsätze die klar­e Mehrheit.

Die Ehrengäste, nahezu all­e Bürgermeister des Bezirks, waren zu der Versammlung gekommen, zollten dem Einsatz Respekt, bedankten sich für das Engagement der Feuerwehren und versprachen weiterhin ihre Unterstützung.