Letztes Update am Mi, 16.05.2018 13:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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“Alm ist kein Streichelzoo“: Moretti gibt Tipps für Wanderer

Was tun, wenn der Hund von Kühen angefallen wird? „Vergesst den Hund, der überlebt schon irgendwie“, meint Tobias Moretti. Fünf neue Videos erklären das richtige Verhalten auf der Alm.

© LK TirolWanderer sollten im Zweifelsfall immer ruhig bleiben und sich langsam bewegen, um die Rinder nicht zu erschrecken oder zu provozieren.



Innsbruck — Unter dem Motto „Eine Alm ist kein Streichelzoo" hat die Landwirtschaftskammer Tirol am Mittwoch fünf je eine Minute lange Videos präsentiert, die Zwischenfälle bei Begegnungen von Wanderern und Weidevieh verhindern sollen.

„Unsere Almen sind beliebte Ausflugsziele. Viele Menschen wissen allerdings nicht über das richtige Verhalten gegenüber Weidetieren Bescheid. Gerade die stark gestiegene Anzahl an Wanderern mit Hunden ist in Kombination mit verstärkter Mutterkuhhaltung nicht unproblematisch. Um weitere Unfälle möglichst zu vermeiden, haben wir diese Informationsfilme produziert", erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger.

Dass von den Gästen in Tirol laut Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, etwa 80 Prozent im Sommer wandern, verschärft diese Problematik zusätzlich. Die Filme sollen jetzt Klarheit für die Wanderer im Verhalten mit den tierischen Almbewohnern bringen. "Ich bin sehr froh, dass es diese Filme jetzt gibt", meinte Margreiter, der sich von den Clips erwartet, dass sie zu einer "guten Gestaltung in der Frage der Begegnung zwischen Mensch und Tier" beitragen mögen.

Inhaltlich sind die fünf Filme in die Themengebiete „Mutterkuh", „Lebensraum Alm", „Drohverhalten von Weidevieh", „Gefahrenquelle Hund" und „Was kann der Bauer tun" unterteilt. Neben Almmeister Toni Eisenmann und Landesveterinärdirektor Josef Kössler informiert Schauspieler und Landwirt Tobias Moretti über das richtige Verhalten auf der Alm.

1. Was kann der Bauer tun?

„Ruhige, zufriedene und aggressionsfreie Rinder entspringen einer guten und fürsorglichen Rinderhaltung", formuliert Landesveterinärdirektor Josef Kössler die Kernaussage des ersten Infotrailers. Dieser Verantwortung müssen sich die Bauern bewusst sein. Wichtig sind zudem genügend Hinweistafeln für Wanderer und Freizeitsportler.

2. Gefahrenquelle Hund

„Die Rinder betrachten den Hund nach wie vor instinktiv als Wolf und damit ist er eine Gefahr für sie und ihre Kälber", erklärt Kössler.

Wenn eine Kuh sich auf den Hund fixiert, sollten Wanderer darum die Leine rasch loslassen. „Der Hund wird sich dann schnellstmöglich von dem Rind entfernen und die Situation ist entspannt", fasst Almmeister Toni Eisenmann zusammen.

„Vergesst den Hund, der überlebt schon irgendwie", gibt gar Schauspieler und Landwirt Tobias Moretti den wandernden Hundehaltern mit auf den Weg.

3. Drohgebärden

Wenn eine Kuh liegt und gerade wiederkäut, sollte sie in Ruhe gelassen werden. Drohgebärden der Rinder äußern sich darin, dass die Tiere stampfen und mit dem Kopf auf- und abgehen. In solchen Situationen kann es helfen, einen Stecken dabei zu haben und sich groß zu machen. Man sollte die Tiere aber auf keinen Fall provozieren, rät Moretti.

„Gehen Sie langsam rückwärts auf der Gefahrenzone und wehren Sie sich nur im Notfall mit einem gezielten Schlag auf die Nase des Tiers", so Josef Kössler.

4. Lebensraum Alm

Im Gegensatz zum Bauern, der sein Vieh und die Dynamik einer Herde kennt, müssen Wanderer wissen, dass Tiere immer unberechenbar sein können. Daher sollten sie ruhig bleiben und sich langsam bewegen, um die Tiere nicht zu erschrecken.

5. Mutterkühe

Die Mutterkuh möchte stets ihren Nachwuchs beschützen, genau das kann für Wanderer zur Gefahr werden. Auch in diesem Fall lautet die oberste Devise: Ruhig bleiben und die Rinder großzügig umgehen. (TT.com)