Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.05.2018


ÖBB

Osttiroler Zugbegleiter bekommen Bodycams

Die ÖBB führen auf Strecken in Kärnten und Osttirol die österreichweit ersten Sicherheitskameras ein. Zwei davon sind für Lienz bestimmt.

Michael Fritz ist auf der Regionalbahn-Strecke Friesach ? Lienz als Zugbegleiter unterwegs. Er demonstriert die neue Bodycam.

© ÖBBMichael Fritz ist auf der Regionalbahn-Strecke Friesach ? Lienz als Zugbegleiter unterwegs. Er demonstriert die neue Bodycam.



Von Catharina Oblasser

Lienz, Klagenfurt – Anfang Juni statten die ÖBB ihre Mitarbeiter mit einer Sicherheitsvorkehrung aus: Die Zugbegleiter bekommen Bodycams. Diese kleinen Kameras werden direkt am Körper bzw. an der Uniform getragen und sind auf das Gegenüber des Trägers gerichtet.

Vorreiter bei diesen Bodycams sind die Zugbegleiter in Kärnten und Osttirol. Die Nahverkehrszüge, unter anderem auf der Linie Friesach – Lienz, werden österreichweit als erste damit versorgt. 15 Kameras stehen künftig zur Verfügung. Sie werden auf mehrere Bahnhöfe, darunter Klagenfurt und Villach, aufgeteilt. „Lienz bekommt zwei Bodycams“, teilt Herbert Hofer, Pressesprecher der ÖBB, mit. „Die Osttiroler Zugbegleiter können sich selbst einteilen, ob sie zu ihrem Dienst eine Kamera mitnehmen wollen oder nicht.“

Kommt es zu einer brenzligen Situation, können die Zugbegleiter die Kamera aktivieren. Schon das bloße Vorhandensein der Bodycam habe eine abschreckende Wirkung auf Unruhestifter, erklärt Hofer. „Das hat sich bei unseren Pilotversuchen herausgestellt.“ Und wenn der Anblick der neuen Sicherheitsvorkehrung nicht genug sei, dann hilft es, wenn der Zugbegleiter ankündigt, die Kamera nun einzuschalten. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass das meistens reicht“, so der ÖBB-Pressesprecher.

Die Nahverkehrsstrecke von Lienz Richtung Kärnten mag zwar kein Verbrechens-Hotspot sein. Dennoch kann es auch in der „Provinz“ zu schweren Zwischenfällen kommen. Hofer erwähnt einen Vorfall im Kärntner Jauntal, bei dem ein Zugbegleiter als Geisel genommen wurde. „Die Sicherheit von Personal und Fahrgästen hat für uns oberste Priorität“, kommentiert der Bahn-Sprecher.

Als nächstes Bundesland ist die Steiermark bei der Ausrüstung mit Bodycams an der Reihe. Vorarlberg und Nordtirol sollen in den nächsten Monaten folgen.

Knopfdruck aktiviert die Kamera

"Achtung, Aufnahme!" Dies oder etwas Ähnliches muss ein Zugbegleiter zu seinem Gegenüber sagen, bevor er die Bodycam an seiner Dienstkleidung einschaltet. Dann genügt ein Knopfdruck und die Kamera wird aktiviert. Die Aufnahmen werden 72 Stunden lang gespeichert.




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