Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.06.2018


Bezirk Reutte

Hochalpiner Fahrweg soll Leben am Berg erleichtern

Zwischen Höfener und Lechaschauer Alm könnte ein „Highway“ entstehen. Tourismusverband betreut 2500 Infrastrukturpunkte.

© Mittermayr HelmutThomas Kerber (TVB-Infrastrukturleiter), TVB-GF Ronald Petrini und die TVB-Vorstände Markus Saletz, Hermann Ruepp und Natalie Klotz (v. l.) beim Maschinenparkcheck in der Ehenbichler Waldrast. Foto: Mittermayr



Von Helmut Mittermayr

Reutte, Höfen, Wängle, Lechaschau – Aus einer Begehung könnte bald eine Befahrung werden. Bürgermeister, Substanzverwalter und Touristiker waren Montagvormittag von der Höfener Alm Richtung Schneetal- und Lechaschauer Alm unterwegs, um eine Entscheidung darüber zu finden, ob der bisher 1,5 Meter breite Steig zu einem Fahrweg von drei bis 3,5 Metern verbreitert werden soll – eine Art „Highway“ auf 1700 Metern Höhe.

Für Hermann Ruepp, Obmann des Tourismusverbandes Naturparkregion Reutte, spricht vieles dafür. „Im Zuge der Arbeiten könnten Kanal und Wasser verlegt, irgendwann auch die Gehrenalm, die nur über eine Sickergrube bis 2025 verfügt, angeschlossen werden.“ Ruepp sieht die Infrastrukturmaßnahme und Erreichbarkeit mit Pkw vor allem als große Erleichterung für künftige Pächter der Almen. Von der Eindeckung der Hütten über einen Tierarztbesuch bis hin zu einem Abtransport kranker Tiere wäre dann alles möglich. „Denn es wird gewiss nicht leichter, Pächter für Almhütten zu finden.“ Zudem habe sich der „Verkehr“ am Steig enorm entwickelt. E-Biker seien längst bis zur „Aschamar“ Alm vorgedrungen, der Steig aber für Begegnungsfälle zu schmal.

TVB-Chef Ruepp rechnet mit Kosten von rund 200.000 Euro für die Wege und weiteren 50.000 bis 60.000 Euro für den Kanal. Abzüglich von Förderungen, die bis zu 50 Prozent betragen könnten, würden sich Gemeinden und TVB die verbliebenen Kosten teilen. Ruepp glaubt nach vielen Vorgesprächen und Diskussionen in Gemeinderäten inzwischen an eine Umsetzung des Fahrweges.

Der Winter hat wie jedes Jahr seine Spuren auf den Wander- und Radwegen der Naturparkregion Reutte hinterlassen. Nun ist ein dreiköpfiges Außendienst-Team um Thomas Kerber wieder ausgerückt, um die Wege instand zu setzen. „In vielen intensiven Arbeitsstunden kümmert sich unser Team darum, dass die Region sommerfit gemacht wird. Zahlreiche Instand­haltungsarbeiten werden tagtäglich durchgeführt, um Einheimischen wie Gästen ein tolles Wander- und Raderlebnis in der Regio­n bieten zu können“, erklärt Ruepp weiter.

Die Beschilderung der Winterwanderwege wird gerade abgebaut und die über den Winter entfernten Sitzbänke werden wieder aufgestellt, wenn nötig saniert. Gefallene Bäume, Laub und grobe Steine werden entfernt, Wasser­rinnen errichtet und an passenden Plätzchen neue Bänke aufgestellt. Wie kürzlich am Urisee, wo die Aktion im Strandbad mit Freude zur Kenntnis genommen wurde. Im Laufe des Sommers werden rund 500 Bänke im Verbandsgebiet der Naturparkregion Reutte ausgemäht. Insgesamt wartet der Tourismusverband 2500 Infrastrukturpunkte in den elf Gemeinden.