Letztes Update am Di, 12.06.2018 14:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

Sanitäter hielt Patient irrtümlich für tot und beendete Einsatz

Weil er keinen Puls fühlte und glaube, Totenflecken zu sehen, hielt ein Sanitäter in Niederösterreich einen 68-Jährigen für tot. Nachdem das Team abgerückt war, fing der Mann zu röcheln an.

© TT/Murauer(Symbolfoto)



Wiener Neudorf – Ein Sanitäter hielt einen 68-Jährigen in Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) irrtümlich für tot. Das Rettungsteam rückte ab, der Mann begann zu röcheln. Ein verständigtes Notarztteam brachte den Patienten ins Spital, er überlebte. Es habe sich um eine „Fehleinschätzung“ des Sanitäters gehandelt, bestätigte Sonja Kellner, Sprecherin des Roten Kreuzes NÖ, einen Heute-Bericht (Dienstag-Ausgabe).

Der Vorfall ereignete sich bereits am 3. Juni. Ein Nachbar rief die Polizei, weil er den 68-Jährigen seit längerem nicht gesehen hatte. Die Feuerwehr öffnete die Wohnungstür und fand den Mann im Vorzimmer liegend. Ein Rettungssanitäter hielt ihn für tot, weil der Helfer laut Kellner keinen Puls fühlte und glaubte, Totenflecken am Körper des 68-Jährigen zu sehen.

Mann geht es „den Umständen entsprechend gut“

Als die Rettungsmannschaft den Einsatzort verlassen hatte, fing der Mann zu röcheln an. Die Einsatzkräfte verständigten ein Notarztteam, das dem Patienten zu Hilfe kam und ihn ins Krankenhaus transportierte. „Das Notarztteam war innerhalb weniger Minuten vor Ort“, sagte Kellner. Dem 68-Jährigen gehe es „den Umständen entsprechend gut“.

Der Sanitäter hat nach Angaben des Roten Kreuzes seine Kompetenz überschritten. Zu den Konsequenzen hieß es, die Rettungsmannschaft sei nach dem Einsatz sofort außer Dienst gestellt worden. Der Sanitäter sei mittlerweile ausgetreten, die anderen beiden Mitglieder des betroffenen Teams seien in ihrem Ausbildungsstatus zurückgestuft worden, so dass sie nur mehr in Begleitung zu Einsätzen fahren dürfen. (APA, TT.com)