Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.06.2018


Bezirk Imst

Dicke Luft nicht nur am Auspuff

Zum sechsten Mal startet in Sölden am Samstag der Ötztaler Mopedmarathon. Ärger gibt es beim Veranstalter über die zahlreichen Nachahmer. Nun will man die Marke schützen lassen.

Über das Kühtai, den Brenner, den Jaufenpass und das Timmelsjoch führt der Ötztaler Mopedmarathon. 238 Kilometer haben die Teilnehmer dabei zu absolvieren.

© Ötztaler MopedmarathonÜber das Kühtai, den Brenner, den Jaufenpass und das Timmelsjoch führt der Ötztaler Mopedmarathon. 238 Kilometer haben die Teilnehmer dabei zu absolvieren.



Von Matthias Reichle

Ötztal – „Ich habe etwas gegen schlechte Kopierer“ – für Manuel Ribis ist das Thema ein rotes Tuch. Am kommenden Samstag geht die sechste Auflage des Ötztaler Mopedmarathons über die Bühne. Was dem Obmann des gleichnamigen Vereins sauer aufstößt, sind die Nachahmer, die der Event in den letzten Jahren gefunden hat. So gibt es seither viele Veranstaltungen ähnlichen Namens. „Es ist nicht witzig, wenn man uns beklaut“, bemerkt Ribis kämpferisch. Tatsächlich sind Marathons mit 50 ccm-Mopeds derzeit im Trend – in Deutschland, aber auch in Österreich. Nur sieht er nicht nur Anleihen beim Namen, sondern auch bei so manchem Logo.

Für Ribis sind das „Trittbrettfahrer auf Kosten des Ötztaler Marathons“. Denen sagt man nun den Kampf an. Mit 1. Juni wurde der Wortlaut „Ötztaler Moped Marathon“ und „Mopedmarathon“ beim Patentamt zum Schutz angemeldet.

Mit dem europaweiten Markenschutz will man sich künftig besser behaupten können. „Wenn jemand etwas Eigenständiges macht, kann er sich mit uns unterhalten“, so Ribis. Dass der Ötztaler Mopedmarathon durch ähnliche Veranstaltungen Schaden nimmt, glaubt er allerdings nicht. Noch nie waren so viele Teilnehmer dabei wie heuer, betont er. 1600 hatten sich im vergangenen Dezember jeweils innerhalb von wenigen Minuten angemeldet, betont er. Heuer hat man die Anmeldung erstmals auf fremde Server ausgelagert, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Überlastungen gekommen war. Die Teilnehmer, die heuer am weitesten anreisen, kommen aus Michigan/USA. Aber auch ein Ire sei dabei.

Bleibt die Frage,: „Wer hat’s erfunden?“ Und da gehen die Meinungen freilich auseinander. „Unseren Bewerb gibt es seit über 20 Jahren“, betont etwa der Obmann des MC Kundl, Armin Rothhaupt, der den Kundler Mopedmarathon veranstaltet. Früher als Mofamarathon bekannt, hat man sich vor einigen Jahren umbenannt, weil auch stärkere Maschinen starten wollten.

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Die Veranstaltung unterscheide sich aber grundsätzlich vom Ötztaler Mopedmarathon. Während sich bei Letzterem die Teilnehmer auf eine 238 Kilometer lange Fahrt über vier Pässe begeben, gilt es in Kundl, auf dem Motocrossgelände in vier Stunden so viele Runden wie möglich zu absolvieren. Rothhaupt, der keine Probleme hätte, sein Event umzubenennen, findet es trotzdem kurios, was man heutzutage alles schützen lassen kann.

Tatsächlich jünger ist der Oberndorf Mopedmarathon, wie Obmann Sebastian Härting betont: „Der Ötztaler Mopedmarathon hat mit unserem Konzept nichts zu tun“, erklärt er. Das dritte Jahr in Folge gibt es auch den „Tiroler Moped Classic“, der vom Sport-Freizeitclub Gurgltal aus Tarrenz veranstaltet wird. Dass man im Ötztal nicht so erfreut war, nachdem man die Veranstaltung ins Leben gerufen hatte, weiß man dort. „Man darf aber den Grundgedanken nicht aus den Augen verlieren“. Und der sei, Gleichgesinnten eine Plattform zu bieten und sie dabei zu unterstützen, ihrem Hobby nachzugehen. In der Schweiz gebe es ähnliche Veranstaltungen bereits viel länger, demnach wären auch die Ötztaler Nachahmer.


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