Letztes Update am So, 24.06.2018 06:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Aufregung um Kutscher: Axams muss um Gäste fürchten

Der Axamer Bürgermeister, Christian Abenthung, bekommt wegen der mutmaßlichen Tierquälerei in einem Kutschbetrieb unzählige Mails und Anrufe.

Gäste kündigten an, nach dem Vorfall mit dem verendeten Kutschenpferd nicht mehr kommen zu wollen.

© Thomas Boehm / TTGäste kündigten an, nach dem Vorfall mit dem verendeten Kutschenpferd nicht mehr kommen zu wollen.



Innsbruck – Das Video eines Pferdes, das vor der Kutsche verendet, und ein Kutscher, der mit der Gerte auf sein­e Tiere einschlägt: Die Bilder von einem Axamer Kutschenbetrieb, die derzeit im Netz kursieren, sorgen für Wirbel. Während die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch laufen, gehen die Emotionen hoch.

Im Netz haben bereits über 2000 Menschen in einer Petitio­n gefordert, dass es ein Tierhalteverbot für den Eigentümer des Kutschenbetriebs geben soll.

Der Axamer Bürgermeister, Christian Abenthung, bekommt unzählige Mails und Anrufe. „Ich habe das noch nie in meiner Amtszeit erlebt. Es melden sich Tierschützer, Vermieter, Einheimische und Gäste auch aus anderen Bundesländern und über Österreichs Grenzen hinweg“, so der Bürgermeister. Vermieter fürchten laut Abenthung um ihre Gäste, wohl nicht zu Unrecht, denn viele Gäste kündigen an, dass sie nicht mehr in Axams Urlaub machen wollen.

Vermittelt werden die Kutschenfahrten auch über die Tourismusverbände und auch hier weiß man über die Ermittlungen Bescheid. „Wir nehmen das Angebot zwar nicht von unserer Internetseite, aber wir bewerben die Fahrten momentan nicht aktiv“, sagt die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Innsbruck und sein­e Feriendörfer, Karin Seiler-Lall.

Wie man weiter vorgeht, lässt Seiler-Lall noch offen. „Wir warten auf das Ergebnis der Ermittlungen, bis die Sache lückenlos aufgeklärt ist“. Auch Travel Europe ist ein großer Kunde des Kutschenbetriebs. Dort setzt man derzeit keine Schritte, weil die heurigen Kataloge bereits gedruckt sind. „Das lässt uns aber nicht kalt und wir werden uns die Sache ganz genau ansehen“, kündigt Geschäftsführer Helmut Gschwentner an. (wa)