Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Bezirk Imst

230 Tonnen Lebensmittel fanden dankbare Abnehmer

„Team Tafel Österreich“ feierte in Imst fünfjähriges Bestehen. Der Bedarf an der kostenlosen Lebensmittelausgabe steigt weiter an.

© Dorn



Von Agnes Dorn

Imst – Am allerersten Tag der Lebensmittelausgabe waren es bereits 34 Kunden, die sich bei der damals in Imst neugegründeten Tafel eingefunden hatten. Das vom Österreichischen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Hitradio Ö3 ins Leben gerufene Projekt der Tafel ist seit diesem ersten Juli 2016 kontinuierlich erweitert worden und hat sich nach Spitzenwerten im Jahr 2016 auf derzeit 80 bis 100 Kunden pro Woche eingependelt. „Dass die Tafel notwendig ist, haben wir gesehen und sehen wir immer noch jeden Samstag“, betont Otmar Juen, Referent des Gesundheits- und Sozialdienstes (GSD) des Roten Kreuzes.

Juen geht davon aus, dass der Bedarf an Unterstützung weiterhin steigen wird. Alleinstehende, Familien, Ältere, Junge, Einheimische und Asylwerber, Menschen aus der Stadt ebenso wie vom Land sind teilweise von akuter Armut betroffen und auf Lebensmittelspenden angewiesen. Jeden Samstag fährt eine Gruppe der insgesamt 35 ehrenamtlichen Helfer des Gesundheits- und Sozialdienstes unter der Teamleitung von Margit Thurner nach Ladenschluss 16 Geschäfte rund um den Tschirgant ab, um von diesen etwa 850 Kilogramm an genießbaren, aber am Montag unverkäuflichen Lebensmitteln einzusammeln. Jeden Samstag von 18.30 bis 20 Uhr werden diese Produkte in der Pfarrgasse Nr. 23 in Imst an jene Menschen ausgegeben, die sich per Kundenkarte ausweisen können. Diese kann unbürokratisch von jenen erworben werden, die über ein besonders niedriges Einkommen verfügen. Inklusive ihrer Familienangehörigen werden so wöchentlich zirka 300 Personen aus dem Bezirk mit Lebensmitteln versorgt, die sie sich sonst spätestens am Ende des Monats unter Umständen nicht mehr leisten könnten. „Eine Million Österreicher leben an der Armutsgrenze. Auf der anderen Seite werden Tonnen an guten Lebensmitteln weggeworfen“, skizziert Juen zwei Probleme, die zusammengenommen in der Tafel münden. Zu den regelmäßigen Lieferanten der kostenlosen Lebensmittel gehören die Lebensmittelmärkte Billa, Hofer, Spar und MPreis sowie die Bäckereien Ruetz, Plattner Brot und Gurgltalbrot, das Handelshaus Wedl sowie der Speckproduzent Handl Tyrol.

Bedarf gibt es noch an ehrenamtlichen Helfern, die bereit sind, sich im Sozialbereich zu engagieren. Voraussetzung ist neben einem einwandfreien Leumund nur die Bereitschaft, ein bis zwei Samstagsdienste im Monat zu übernehmen und innerhalb zweier Jahre eine 16-stündige Ausbildung plus einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren.