Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.07.2018


Bezirk Kitzbühel

Grundgrenzenänderung mit 44 Jahren Verspätung

© Harald AngererIn Westendorf wurde ein Grundverkauf nicht im Grundbuch eingetragen, das wurde nach 44 Jahren nachgeholt.Foto: Angerer



Mit einem ungewöhnlichen Tagesordnungspunkt hat sich kürzlich der Westendorfer Gemeinderat beschäftigt. Es galt sozusagen in der Vergangenheit zu kramen, denn es musste eine Grundgrenzenänderung beschlossen werden, die eigentlich schon im Jahr 1974 durchgeführt wurde.

Damals hat die Gemeinde an einen Gastronomiebetreiber ein kleines Grundstück im Westendorfer Ortszentrum verkauft. Doch im Grundbuch fehlte bis zur jüngsten Gemeinderatssitzung der dazu notwendige Eintrag. Wie es dazu gekommen ist, kann im Gemeindeamt nicht mehr nachvollzogen werden. „Wir haben die Gemeinderatsprotokolle von 1974 ausgehoben, darin kommt auch der Verkauf des Grundstücks vor", berichtet Gemeindeamtsleiter Gerhard Rieser bei der Gemeinderatssitzung. Ob das Grundstück denn auch bezahlt wurde, wollte einer der Gemeinderäte wissen. Hier gebe es keine Unterlagen mehr, ein letztes Mal ist der Grundverkauf im Jahr 1976 in den Unterlagen aufgetaucht, dann verliert sich die Spur. Es sei aber davon auszugehen, dass der damalige Besitzer das Grundstück bezahlt hat.

Dass es bei einem Umbau des Betriebes vor einigen Jahren nicht aufgefallen ist, könnte daran liegen, dass in der Katastermappe der Grundverkauf sehr wohl eingetragen ist, die Eintragung fehlt eben nur im Grundbuch. Die Diskrepanz zwischen Katastermappe und Grundbuch ist durch Zufall entdeckt worden. (aha)