Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Bezirk Landeck

Barmherzige Schwestern bauen Pflegeheim in Ried aus

Das Heim Santa Katharina in Ried bekommt mit 8,9 Mio. Euro in den nächsten zweieinhalb Jahren einen kräftigen Modernisierungsschub.

© ReichleMit dem Spatenstich wurden die Bauarbeiten gestartet. Zweieinhalb Jahre wird gebaut.



Von Matthias Reichle

Ried – Doppel- und Mehrbettzimmer und alte Durchgangsbäder, die von mehreren Bewohnern genutzt werden – so etwas soll es im Heim Santa Katharina in Ried künftig nicht mehr geben. Die veraltete Infrastruktur der Alten- und Pflegeeinrichtung bekommt in den nächsten zweieinhalb Jahren eine Verjüngungskur. „Das Heim ist nicht zum ersten Mal in die Jahre gekommen. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man bereits 150 ist“, schmunzelt Arnold Schett, Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime der Barmherzigen Schwestern Innsbruck GmbH, der das Haus gehört.

150 Jahre lang betreuen die Klosterschwestern in Ried schon alte und psychisch kranke Menschen. Nun werde sichergestellt, „dass die Bewohner moderne, gut ausgestattete Einzelzimmer bekommen“. Die Bettenzahl bleibe mit dem Ausbau, der von Architekt Karlheinz Röck geplant wurde, gleich.

Insgesamt 8,9 Mio. Euro werden binnen zweieinhalb Jahren am Standort in einen eingeschoßigen Zubau und die Sanierung des Altbestandes investiert. Ein Betrag, den die Betreibergesellschaft, die sich zu 100 Prozent im Besitz der Kongregation der Barmherzigen Schwestern befindet, aber nicht allein aufbringt. Das Land steuert über den Pflegefonds eine Million und über ein Wohnbauförderungsdarlehen drei Mio. Euro bei. Dazu kommen 500.000 Euro Sanierungsförderung. Von den Gemeinden des Oberen Gerichts und der Sonnenterrasse Fiss-Serfaus-Ladis kommen 1,3 Mio. Euro, die sie über den Gemeindeausgleichsfonds erhalten. Für die Betreiber-GmbH bleiben 3,2 Mio. Euro übrig.

Im Rahmen der Arbeiten wird ein eingeschoßiger Zubau errichtet.
- Reichle

In einem ersten Bauabschnitt wird nun ein einstöckiger Zubau mit 33 und ein neuer Stock im Altbau mit acht Einzelzimmern errichtet, erläuterte Schett. „In der zweiten Bauphase wird es dann sehr eng.“ Alle 101 Bewohner übersiedeln in den Neubau, dann beginnt der Umbau des Bestandes. „In der dritten Bauphase wird das denkmalgeschützte Gebäude saniert.“ Die Arbeiten sollen bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Spatenstich klinge nach Beginn, sei aber der Abschluss zahlreicher Gedanken, Planungen und Verhandlungen, betonte Generaloberin Pauline Thorer. Verhandlungen, für die Bezirkshauptmann Markus Maaß den Geschäftsführer lobte: Er sei hartnäckig geblieben und habe versucht, alle zu überzeugen.

„Das Heim ist mit den Jahren zum Wahrzeichen von Ried geworden“, meinte Bürgermeister Elmar Handle stolz. Die Bewohner seien geschätzte Bürger. „Es ist ein zukunftsweisendes Projekt.“

Der Ausbau des Heims sieht mittelfristig auch eine Lösung vor, sollten sich die Barmherzigen Schwestern aus Ried zurückziehen. Derzeit leben noch neun Klosterfrauen vor Ort. Sollte das Konvent aufgelassen werden, plant man, in den Räumen acht betreute Wohnungen unterzubringen.


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