Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Bezirk Reutte

HNO-Tagesklinik ist gut angelaufen

„Dislozierte Tagesklinik für HNO“ heißt etwas sperrig, was nun Realität ist. Koordiniert mit der Uni-Klinik in Innsbruck ist eine „Kleinstation“ im Bezirksspital entstanden.

© Nikolussi HansStolz auf die HNO-Tagesklinik: Verwaltungsdirektor Dietmar Baron, Verbands­obmann Aurel Schmidhofer, HNO-Facharzt Jan Andrle, Klinikchef Herbert Riechelmann und Pflegedienstleiter David Heizinger (v. l.). Foto: Nikolussi



Ehenbichl — Sozusagen unter „Ausschluss der Öffentlichkeit" funktionierte das aber schon ein knappes Jahr. Nun ging man erstmals an die Öffentlichkeit. Unter der Leitung des niedergelassenen Facharztes Jan Andrle konnte das Bezirkskrankenhaus Reutte (BKH) somit einen weiteren Schritt in eine umfassende Betreuung der Patienten vor Ort tun. Im Zuge des „Österreichischen Strukturplans Gesundheit" war es den peripheren Krankenhäusern nur möglich, eigene Stationen in den verschiedensten Fächern der Medizin zu führen. Das stellte in puncto Personalbesetzung und Finanzierung hohe Ansprüche an die „kleinen Anstalten" und Verbände und kam daher für verschiedenste Bereiche nicht in Frage.

Erst Anfang 2016 zeichnete sich aus dem abermals modifizierten Österreichischen Strukturplan Gesundheit die Möglichkeit einer Führung von dislozierten Tageskliniken ab. Im Anspruch auf eine ganzheitliche medizinische Versorgung des Außerfern ergriff man diesen „Strohhalm". Für die Augenheilkunde und die Urologie ist das bereits gelungen. Nun folgte nach einigem Ringen auch die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

„Es ist ein Glücksfall, dass der Bezirk mit Jan Andrle einen ausgezeichneten Spezialisten im niedergelassenen Bereich hat, der das große Spektrum in unserem Metier abdecken kann", sagt der „Chef" der Innsbrucker Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Prof. Herbert Riechelmann, der das Geschehen nun schon seit einem Jahr verfolgt, bewertet und begleitet. Andrle stehen am Krankenhaus Operationssäle, das Personal aus dem Pflegebereich und das technisch-medizinische Umfeld zur Verfügung. Er kann auch über Betten verfügen. So kann er medizinische Leistungen erbringen, die in einer Ordination nicht möglich wären. (hni)