Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Osttirol

Uni Lienz ist eröffnet: Wissensdurst hat eine neue Heimat

Die Lienzer Universität „Campus Technik Lienz“ ist offiziell eröffnet. Das Gebäude kostete 13 Millionen Euro.

© LandTirolDie Uni Lienz ist ein langgestreckter Holzbau.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Die Osttiroler Bezirkshauptstadt ist nun auch offiziell Universitätsstadt. Gestern eröffneten sechs der acht Mitglieder der Tiroler Landesregierung den Bau, der den „Campus Technik Lienz“ beherbergt. Genutzt wird das langgestreckte Holzgebäude direkt an der Isel schon seit März 2018. Studierende können dort einen Bachelorabschluss in Mechatronik erreichen. Außerdem sind fünf Doktoranden an der neuen Uni tätig.

Symbolische Schlüsselübergabe in Lienz: BM Elisabeth Blanik, HTL-Direktor Peter Girstmair, LH Platter, UMIT-Rektorin Sabine Schindler, LHStv. Ingrid Felipe und LR Bernhard Tilg (v. l.).
- EXPA/ Johann Groder

„Die wirtschaftliche Entwicklung Osttirols war in den letzten Jahren sehr gut“, sagt Landeshauptmann Günther Platter. „Doch es gibt noch Herausforderungen: Die Bevölkerung geht zurück, die Arbeitslosigkeit ist immer noch höher als in anderen Bezirken und die Wertschöpfung soll steigen. Bildung ist der Schlüssel zu all diesen Punkten. In diesem neuen Uni-Gebäude soll Wissen vermittelt werden.“

Landesrat Johannes Tratter bescheinigt den Osttirolern hohen Bildungswillen. „Die Akademiker- und Maturantenquote zählt zu den höchsten in Tirol“, so Tratter in seiner Rede. Entsprechend wichtig sei die neue Uni, die den Wissensdurst der Studierenden befriedigen könne.

Von Bäumen umgeben: "Baumhaus" als Klassenzimmer.
- Oblasser

Der Campus Technik Lienz ist in mehreren Hinsichten etwas Besonderes: So ist er baulich mit der Mechatronik-HTL verbunden, die auch einige Klassen im neuen Campus-Gebäude nutzt. Die Fachberufsschule befindet sich ebenfalls in diesem Areal. Und in Zukunft soll auch die Polytechnische Schule Lienz dort beheimatet sein. Das bedeutet einen durchgängigen Bildungsweg im technischen Bereich, angefangen bei den 14-Jährigen bis hin zu den Studienabsolventen.

Auch das Gebäude selbst ist eindrucksvoll. Geplant und ausgeführt wurde es innerhalb kürzester Zeit vom Wiener Architekturbüro fasch&fuchs mit Hemma Fasch und Jakob Fuchs. Die Bauzeit betrug gerade mal 15 Monate. Da der Raum zwischen HTL und Isel knapp war, befinden sich die Hörsäle in einem langgestreckten Bau, der auf einem gläsernen Unterbau ruht. „Das Gebäude musste um die vorhandenen Bäume herumgebaut werden“, beschreibt Hemma Fasch. So entstand am Ende des Trakts auch ein Klassenzimmer, das an den zwei Fensterfronten von Bäumen umgeben ist – das „Baumhaus“, wie HTL-Direktor Peter Girstmair es nennt.

Die Baukosten, die zuletzt um einiges höher ausfielen als geplant, betragen 13,2 Millionen Euro. Der Bund steuert 2,5 Millionen bei, die Stadt 200.000 Euro. Den Rest übernimmt das Land.

Entlang des Ganges geht es zu den Arbeitsräumen des neuen Campus und zu einem Verbindungsgang zur HTL Lienz.
- Oblasser