Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Osttirol

Schülerzahlen zeigen Zuzug in den „Speckgürtel“

Unter den Osttiroler Pflichtschulen verlieren Prägraten, Untertilliach und Innervillgraten am meisten Kinder. Der Talboden gewinnt leicht.

© BlassnigDie VS Tessenberg – hier ein Bild aus dem vergangenen Schuljahr – ist die kleinste Schule im Bezirk. Foto: Blassnig



Von Catharina Oblasser

Lienz – Im neuen Unterrichtsjahr besuchen insgesamt 3557 Kinder und Jugendliche die Osttiroler Pflichtschulen. Das sind um 90 Kinder bzw. vier Klassen weniger als im abgelaufenen Schuljahr. Sinkende Schülerzahlen sind im Bezirk nichts Neues, sagt Inspektorin Elisabeth Bachler. „So wie heuer, das ist ein üblicher Rückgang.“ Was aber besonders auffällt, ist aber die Verteilung. Zentrumsferne Schulen sind vom Minus stärker betroffen als jene im Talboden. „Deutlich wird das heuer an den Volksschulen in Prägraten, Innervillgraten und Untertilliach“, erklärt die Pflichtschulinspektorin. „In Lienz und Umgebung gibt es sogar ein leichtes Plus.“

Das mag ein Hinweis darauf sein, dass der Zuzug in die Bezirkshauptstadt und deren Nachbargemeinden stärker wird. Pflichtschüler sind ja an den jeweiligen Sprengel gebunden, das heißt, sie gehen dort in die Schule, wo sie wohnen.

Im Zentralraum konzentrieren sich auch die Schulkinder mit Migrationshintergrund, die in Osttirol nur vier Prozent aller Pflichtschüler ausmachen. Bachler betont, dass diese Buben und Mädchen gut gefördert werden. „Wir haben zusätzliche Lehrkräfte dafür. Auch die Tiroler Sozialen Dienste unterstützen uns bei der Integration.“

Die kleinste Schule in Osttirol ist die VS Tessenberg mit vier Kindern, die größte ist jene in Matrei (200). Kals hat die kleinste Neue Mittelschule (38 Schülerinnen und Schüler), Sillian die größte (276). Die drei Polytechnischen Schulen im Bezirk haben entgegen dem Trend mehr Schüler als zuletzt, es werden heuer 120 Jugendliche unterrichtet.