Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.09.2018


Innsbruck

Impulse für besondere Menschen, seit 20 Jahren

© DomanigSandra Poglitz, Barbara Schaffenrath und Markus Antretter (v. l.) sind Klienten der ersten Stunde.



Völs – „Ein so großes Bemühen, einen so engen Zusammenhalt, das kenne ich sonst nirgends“: Sissi Antretter war bei der gestrigen Jubiläumsfeier von „Impulse Völs“ zu Tränen gerührt. Seit 20 Jahren begleitet der Verein Menschen mit Unterstützungsbedarf – einer davon ist Frau Antretters Sohn Markus.

Erwin Niederwieser, der alle 20 Jahre im Vorstand miterlebt hat, gab gemeinsam mit GF Claudia Blascik-Berchtold Einblick in die Entwicklung des Vereins. Dessen Gründung ist eng mit dem Namen Hans Burkhard verbunden: Er arbeitete schon 1995 Idee und Rohkonzept aus. Ziel war es, eine Tagesbetreuung für Menschen mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen zu schaffen – und zwar in einer kleinen, wohnortnahen Institution. Mit Unterstützung des Landes, der Gemeinde sowie vieler Firmen und privater Spender entwickelte sich „Impulse“ rasch: Der Start erfolgte 1998 mit sechs Klienten, heute sind neun Mitarbeiter für 20 Klienten da. 2014, unter GF Markus Heigenhauser, erfolgte die Expansion nach Kematen, dort wurde ein Kunsttreff gestartet. Seit November 2016 ist der Verein Impulse in Völs am Standort Innsbrucker Straße 53b zu finden. Eine Besonderheit: Die Klienten „rotieren“ wöchentlich zwischen den Arbeitsgruppen (Hausmeister-, Alternativ- und Kochgruppe, Kunsttreff), so sollen ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten auf vielfältige Weise gefördert werden.

Sandra Poglitz, Barbara Schaffenrath und Markus Antretter (v. l.) sind Klienten der ersten Stunde.
- Domanig

Die gestrige Feier – der u. a. auch LR Gabriele Fischer, Vize-BM Walter Kathrein und Pfarrer Christoph Pernter beiwohnten – fiel gleichermaßen berührend wie fröhlich aus: Schon zu Mittag herrschte in der Disco ausgelassene Stimmung, später folgten Ske­tches und Tanzvorführungen der Klienten, auch für fetzige Musik und ein Glücksrad war gesorgt. Zudem konnten die Besucher das vom Verein Impulse entwickelte, tirolweit bislang einzigartige Konzept der mehrfach barrierefreien Ausstellung kennen lernen: Kunstwerke können dabei auch über akustische Bildbeschreibungen in leichter Sprache oder über die haptische Ebene erlebt werden. (md)




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