Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.10.2018


Bezirk Kitzbühel

Regionalen Produkten den Vorzug geben

© LaimingerWendelin Juen, Angelika Kirchmaier und Heinz Gstir (v. l.) diskutierten unte­r der Moderation von TT-Chefreporterin Anita Heubacher.Foto: Stöckl



Vor Kurzem veranstaltete die Erwachsenenbildung bzw. das Katholische Bildungswerk Brixen im Thale eine Podiumsdiskussion zu den Themen Landwirtschaft, gesunde Ernährung, Transport. Kompetente und bekannte Diskussionspartner sorgten für einen vollen Saal: Moderiert von TT-Chefreporterin Anita Heubacher diskutierten die Ernährungsmedizinerin Angelika Kirchmaier, Wendelin Juen von der Landwirtschaftskammer und Heinz Gstir, Gründer der Mark­e „Bio vom Berg".

Bedingt durch die manchmal komplizierte Gesetzeslage (z. B. Kennzeichnungsrichtlinien) sei es für den Konsumenten nicht immer leicht, die Qualität von Lebensmitteln im Supermarkt richtig einzuschätzen. Wer allerdings zu Ostern unbedingt frische Kartoffeln haben woll­e, dürfe sich über entsprechend lange Transportwege (z. B. aus Ägypten) weder wundern noch beklagen, meinten die Experten.

„Die verschiedenen Handelsketten stehen untereinander in gnadenlosem Konkurrenzdruck — die Entscheidung fällt aber der Konsument durch sein Kaufverhalten, und zwar in der Masse — und darin steckt das eigentliche Problem. Man kann das achselzuckend als eben gegeben und unvermeidlich hinnehmen — oder wenigstens in kleinen Schritten die Wertschätzung regionaler Produkte im eigenen Umfeld fördern. Die Podiumsdiskussion war jedenfalls ein wichtiger Beitrag dazu", berichtet Hans Laiminger von der Veranstaltung.

Bei der Diskussion wurde auch ein anderer Aspekt angesprochen: Der Tourismus sei in der Region ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Ohn­e die Arbeit der Bauern aber würden wir binnen weniger Jahrzehnte im Wald versinken und Skiabfahrten oder Wanderungen an sonnigen, blumenreichen Bergwiesen gäbe es nur noch in wehmütigen Erinnerungen. Auch daran sollten wir denken, wenn wir im Supermarkt vor der Wahl zwischen billiger Massen­ware und heimischen Qualitätsprodukten stehen. Projekte wie die Brixentaler „KochArt" seien ein zukunftsweisender Beitrag für die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft. (TT)