Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.10.2018


Innsbruck

Gymnasium Sillgasse: Eltern beklagen Probleme mit Turnunterricht

Mit dem Turnunterricht beim Ausweichquartier des Gymnasiums Sillgasse gibt es durch den Transport Probleme.

null

© Thomas Boehm / TT



Von Marco Witting

Innsbruck – 2019, so erklärte es der Chef der Bundesimmobiliengesellschaft kürzlich, soll der Abbruch und Neubau des Gymnasiums Sillgasse erfolgen. Bis zur Fertigstellung verbleibt die Schule im Container­dorf in der Technikerstraße im äußersten Westen Innsbrucks. So weit, so bekannt. Der Start an der Schule war laut Direktor Harald Pittl „euphorisch“ und „gut“ – mittlerweile sei der Schulalltag eingekehrt. Ein Problem bereitet aber seit kurz nach dem Start des Schuljahres im Ausweichquartier der Turnunterricht.

In Ermangelung eines Turnsaals müssen die Lehrer und Schüler für die Leibesübungen auswandern. Das geht an schönen Tagen vielleicht einmal in der Natur. Meist heißt das aber: ab in den Bus. Der bringt die Kinder in das Landes­sportheim bei der Olympiaworld. Eine Lösung mit Schulen in der Nähe kam nicht zu Stande. Eltern beklagten zuletzt, dass es hier immer wieder Probleme und zu wenig Zeit zum Turnen gab.

Einerseits seien bei zwei Unterrichtsstunden durch die An- und Abfahrt bzw. das Umziehen der Kinder effektiv teilweise nur noch 20 Minuten Turnen übrig geblieben. Andererseits gab es Schwierigkeiten mit dem Transport. Etwa weil bei Kindern der Unterricht in der Stadt beendet wurde oder weil die Schüler zurück ins Ausweichquartier mussten – und den doppelten Weg hatten.

„Es ist im Entstehen“, sagt Direktor Pittl. „Eine Stunde Zeit zum Turnen haben wir immer. Wenn es aber zu Staus in der Stadt kommt, dann fehlt ein Teil der Zeit.“ Der Schulleiter hält jedoch fest: „Wir arbeiten daran, das in den Griff zu bekommen.“ Dabei ist dies auch eine Kostenfrage. Das bestätigt auch der Landesschulrat für Tirol. Denn der anfangs beauftragte private Busunternehmer, der über die Autobahn fuhr, war „beinahe doppelt so teuer“ wie das Angebot der IVB, das jetzt den Zuschlag erhielt, wie Bernhard Deflorian, Sprecher des Landesschulrats bestätigte. „Da es sich um Steuergelder handelt“ und man verpflichtet sei, das günstigste Angebot zu nutzen, habe man so entschieden.

Der Direktor will „alles tun, damit die Kinder zum Sport kommen“. Man sei auch bestrebt, eine Lösung zu finden, „ab welcher Schulstufe wir die Kinder nach dem Unterricht in der Stadt entlassen können“. Pittl sagt abschließend: „Das ist nicht einfach für alle Beteiligten. Wir stehen erst am Anfang von diesem Provisorium.“