Letztes Update am Do, 25.10.2018 09:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesellschaft

Nachbau fährt auf Unglücksroute: „Titanic II“ sticht 2022 in See

110 Jahre nach dem Untergang der Titanic könnte ein Nachfolger des damals größten Passagierschiffs in See stechen. Die „Titanic II“ soll Passagiere auf eine kleine Zeitreise entführen. Der Originalnachbau ist allerdings mit der neuesten Technik ausgestattet

In knapp zwei Jahren heißt es 'Leinen los' für den Titanic-Nachfolger.

© dpaIn knapp zwei Jahren heißt es 'Leinen los' für den Titanic-Nachfolger.



New York – Die Reederei Blues Star Line hat bekannt gegeben, mit einem Nachfolgerschiff der „Titanic“ im Jahr 2022 die Jungfernfahrt antreten zu wollen. Die „Titanic II“ soll in Dubai starten und dann die Route ihres Vorgängermodells von Southampton nach New York aufnehmen. Das Schiff soll ein originalgetreuer Nachbau der 1912 gesunkenen „Titanic“ werden.

2400 Passagiere sollen dann den ganzen Luxus des Kreuzers erleben können. Pool, Ballsaal und selbst ein türkisches Bad sorgen für höchsten Komfort. Um das Wohl der Gäste kümmern sich nach Angaben der Reederei 900 Angestellte. Das ganze Projekt soll eine halbe Milliarde US-Dollar gekostet haben.

Tickets bis 4700 Dollar

Reederei-Chef Clive Palmer erklärte bereits Anfang Oktober, man wolle das „authentische Titanic-Erlebnis“ bieten. „Das Interieur, die Kabinen – alles soll so aussehen wie im Original, mit moderneren Sicherheits- und Navigationssystemen“, sagte er dem Portal „CruiseArabiaOnline“. Ein Ticket erster Klasse kostete 1912 rund 4700 US-Dollar. Zu den Preisen auf der „Titanic II“ ist allerdings noch nichts bekannt. In den Sommermonaten soll sie die klassische Transatlantikstrecke befahren, aber auch eine Welttournee mit dem Schiff halte Palmer für möglich. Heimathafen der „Titanic II“ bleibe in jedem Fall Dubai.

Titanic läuft auf Diesel

Eine weitere technische Änderung zum Original sei ebenfalls notwendig. Statt mit Kohle wird die „Titanic II“ mit Diesel betrieben. Die vier ikonischen Schornsteine bleiben aber erhalten, auch wenn sie beim neuen Schiffsriesen keine Funktion haben.

Das Original, die „RMS Titanic“, überstand nicht einmal seine Jungfernfahrt. Am 14. April 1912 sank das damals größte Passagierschiff der Welt nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. Von 2000 Menschen an Bord starben 1515. Die Verfilmung des Unglücks durch Regisseur James Cameron aus dem Jahr 1997 ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Bei der Oscar-Verleihung heimste das Drama elf Trophäen ein. (TT.com)