Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.10.2018


Tirol

Schlendrian beim Mülltrennen: ,,Auffrischungskurs“ für Tirol

Das Land Tirol startet mit Partnern eine Kampagne, die richtiges Trennen von Abfall fördern soll.

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© ARGE Kompost & Biogas Tirol



Innsbruck – Glas zu Glas, Dose zu Dose und Apfelschale eben zu Apfelschale – seit knapp 30 Jahren schon wird in Tirol beim Müll getrennt, Tausende Tonnen jährlich. In letzter Zeit hat sich aber ein bisschen der Schlendrian eingeschlichen, besonders beim Biomüll. Deshalb startet das Land Tirol mit mehreren Partnern eine Initiative, welche die Bürger für besonneneres Mülltrennen sensibilisieren soll.

„Biomüll ist für uns ein wertvoller Rohstoff“, sagt Roland Platter, Geschäftsführer der ARGE Kompost und Biogas, gestern bei der Präsentation der Kampagne. Wenn so genannte Störstoffe wie Plastik oder Metall im Biomüll enthalten sind, kann dieser weder in Biogas-Anlagen zu Strom umgewandelt noch als Kompost auf Felder und in Gärten ausgebracht werden. Der mit Störstoffen durchsetzte Biomüll muss zudem wie Restmüll entsorgt werden, was die Kosten mitunter um das Vierfache ansteigen lässt.

Wie viele der über 100.000 Tonnen jährlich in Tirol gesammelten Bioabfälle belastet sind, ist nicht erhobe­n. Zahlen gibt es aber vom Abfallbeseitigungsverband Westtirol: Von rund 16.000 Tonnen Biomüll enthalten dort 1400 Tonnen Störstoffe. Deren Entsorgung kostet pro Jahr rund 100.000 Euro.

Umweltlandesrätin Ingri­d Felipe bezeichnet die Kampagne als „Auffrischungskurs, der daran erinnern soll, dass das Trennen von Müll gut und wichtig ist“. Im Hinblick auf die höheren Entsorgungskosten sei es auch „wirtschaftlich interessant, Plastik im Biomüll zu vermeiden“, ist Alfred Egger, Obmann des Vereins der Tiroler Abfallwirtschaftsverbände, überzeugt. Immerhin würden dadurch auch Steuergelder gespart. (bfk)