Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Therapieeinrichtung in Kitzbühel sehr gut angenommen

Das Therapiezentrum forKIDS in Kitzbühel feiert seinen zweiten Geburtstag. Um das Pilotprojekt wurde lange gekämpft.

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© Diakoniewerk



Kitzbühel – Seit zwei Jahren besucht der kleine Tyler das forKIDS Therapiezentrum in Kitzbühel. Für seine Eltern ist das Angebot eine große Hilfe. Der Logopädin im Kindergarten fiel auf, dass Tyler in der Entwicklung gegenüber seinen Spielkameraden etwas verzögert war. „Er ist mein erstes Kind und ich wusste nicht, was er wann können soll. Ich habe mir nichts dabei gedacht, dass er mit vier Jahren auf keine Leiter steigen wollte oder nicht reimen konnte“, schildert Tylers Mutter Tamara.

Anfangs war sie über die Therapieempfehlung überrascht, immerhin hielt sie selbst nichts von Therapien. Eine Bekannte hat ihr dann aber vom forKIDS Therapiezentrum erzählt und dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Das hat sie überzeugt, es zumindest zu probieren. „Beim Kennenlernen waren mir die Therapeutinnen gleich sympathisch. Sie haben genau erklärt, dass mein Sohn noch nicht die Reife wie gleichaltrige Kinder hat und seine Reizschwelle niedriger liegt“, erzählt Tamara.

Ergotherapeutin Mattea habe sie besonders begeistert. „Sie hat es so spielerisch gemacht, dass Tyler auf die Leiter gestiegen ist, und er hat alles sofort aufgenommen, was sie ihm gezeigt hat“, sagt die Mutter. Zuhause haben Tylers Eltern mit ihm ebenfalls geübt. Die Fortschritte waren bemerkenswert und die Ergotherapie konnte inzwischen abgeschlossen werden. Tyler geht nur noch einmal pro Woche zur Logopädie.

Bis dieses Therapiezentrum im Bezirk entstanden ist, war es ein langer Weg. Vor allem die Serviceclubs des Bezirks haben sich jahrelang für ein solches Zentrum starkgemacht. In Kooperation mit dem Land Tirol und den Sozialversicherungsträgern startete dann das Diakoniewerk im November 2016 in Kitzbühel das neue Therapieangebot zur „Integrierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen von 0–18 Jahren mit Entwicklungsverzögerungen und Auffälligkeiten im Bereich des Verhaltens“.

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Aktuell werden 106 Kinder und Jugendliche in dem Zentrum betreut. Insgesamt gab es 280 Anfragen, wobei nicht jede auch zu einer Therapie führte. Die meisten Kinder sind zwischen 7 und 12 Jahre, aber auch Säuglinge kommen bereits in die Therapie. Einzugsgebiet des forKIDS ist hauptsächlich Kitzbühel und Umlandgemeinden, aber auch jemand aus Matrei nutzte das Angebot bereits.

In der Therapie hat das Diakoniewerk in Österreich jahrzehntelange Erfahrung, beispielsweise an Standorten wie Bruck an der Glocknerstraße, Salzburg und Gallneukirchen. Die Angebote der Therapiezentren sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen, Auffälligkeiten im Bereich des Verhaltens, wie Wahrnehmungs- und Konzentrationsproblemen, Regulationsstörungen bei Säuglingen und Haltungsproblemen abgestimmt. (aha, TT)