Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Bezirk Imst

Dem Erdboden gleich, um in neuem Glanz zu strahlen

Rund zehn Jahre dümpelte der Silzer Gasthof Post brach vor sich hin. Nun ist seine Zukunft besiegelt: Es entsteht ein neues Dorfgasthaus.

© DaumDie letzten Reste der ?Post? wurden mit Wehmut beäugt, doch die Bagger ebneten den Weg für ein neues Dorfgasthaus inklusive Wohnungen.



Von Hubert Daum

Silz – Es ist wohl die einzige Gemeinsamkeit von Nassereith und Silz: ein lange leerstehender Gasthof Post. Über ein Jahrzehnt stand das Traditionshaus in der Gurgltalgemeinde nutzlos im Dorfzentrum, bis es vor drei Jahren wiedereröffnet wurde. Auch in Silz fragte man sich lange, was denn aus der „Post“ werden würde. Am vergangenen Freitag fuhren die Bagger auf.

„Vor rund zehn Jahren, als unsere Mutter in Pension ging, haben wir das Gasthaus geschlossen“, erinnert sich Wolfgang Hirn, der Sohn der damaligen Betreiberfamilie, „wir arbeiten natürlich schon lange an einem Nachfolgeprojekt und jetzt ist alles unter Dach und Fach.“ Die „Gasthof Post GmbH“ nimmt 1,6 Millionen Euro in die Hand, um im Dorfzentrum etwas Neues entstehen zu lassen. Der erste Schritt geschah in den letzten Tagen: Das alte Gebäude musste weichen. Hirn, Mitgesellschafter der neuen GmbH: „Silz bekommt wieder ein Dorfgasthaus, der Name bleibt gleich. Ich glaube, das tut dem Dorf gut, auch wenn einige den Abriss mit etwas Wehmut beobachtet haben.“ Im ersten und zweiten Geschoß sollen insgesamt fünf Wohnungen entstehen.

- Daum

Zum Dorfgasthaus gehört eine „Dorflösung“: Betrieben wird der „Gasthof Post neu“ vom gastronomieerprobten Ehepaar Anne-Marie und Christian Tramberger. Die Silzer führten jahrzehntelang erfolgreich den „Silzerhof“ in Kühtai, bis dieser vor zwei Jahren verkauft wurde. Wolfgang Hirn ist überzeugt, dass vor allem die Küche Einheimische und Auswärtige anlocken wird, denn Koch Christian Tramberger wurde gleich zweimal von der Genussregion als „Genusswirt“ ausgezeichnet. „Wie auch in Kühtai werden wir alle Produkte und Zutaten, bei denen es möglich ist, von den regionalen Bauern einkaufen“, sagt der Neo-Wirt und Regionalitäts-Fan. Für beide sei auch wichtig, dass die Gemeindeführung voll hinter dem Projekt stehe. Heuer noch soll der Keller fertig gestellt werden, die Eröffnung sei im nächsten Herbst geplant.




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