Letztes Update am Sa, 24.11.2018 10:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Konsortium um Baukonzern Salini will Brücke von Genua neu errichten

Das Angebot wurde dem Bürgermeister von Genua, Marco Bucci, vorgelegt, der auch Regierungsbeauftragter für den Wiederaufbau der Brücke ist.

Die eingestürzte Brücke in Genua Tage nach dem Unglück.

© AFPDie eingestürzte Brücke in Genua Tage nach dem Unglück.



Genua – Ein Konsortium um Italiens größten Baukonzern Salini Impregilo hat ein Angebot für die Wiedererrichtung der im August eingestürzten Morandi-Brücke in Genua eingereicht. 43 Menschen kostete das Unglück ihr Leben. Am Konsortium sollen sich laut Medien auch die in Triest beheimatete Schiffwerft Fincantieri und der Bahnstrecken-Bauer Italferr, Tochter der Italienischen Staatsbahnen (FS), beteiligen.

Das Angebot wurde dem Bürgermeister von Genua, Marco Bucci, vorgelegt, der auch Regierungsbeauftragter für den Wiederaufbau der Brücke ist. Am Montag läuft die Frist für die Einreichung von Projekten ab. Das Konsortium gilt als Favorit im Rennen um den Auftrag. Bucci hatte große internationale Baugesellschaften aufgefordert, Bewerbungen für die Neuerrichtung des Bauwerks einzureichen. Zu ihnen zählen auch einige ausländische Unternehmen.

Autostrade per l‘Italia vom Bau ausgeschlossen

Die italienische Regierung hat vor zwei Wochen im Parlament in Rom ein Maßnahmenpaket durchgesetzt, mit dem die Finanzierung der Entschädigung der Opfer und des Wiederaufbaus des Viadukts sichergestellt sein soll. Damit werden bürokratische Hürden für das Großprojekt auf ein Minimum reduziert. Die Betreibergesellschaft der Brücke, die Autostrade per l‘Italia, die von den italienischen Regierungsparteien von Anfang an wegen angeblich mangelnder Instandhaltung für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, ist vom Wiederaufbau ausgeschlossen.

Während eines schweren Unwetters war am 14. August das 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt in Genua, das auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der italienischen Autobahn 10, die als Urlaubsverbindung „Autostrada dei Fiori“ bekannt ist und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei darstellt. 43 Personen kamen ums Leben, Hunderte wurden obdachlos. Die Reste der eingestürzten Autobahnbrücke werden ab dem 15. Dezember abgerissen. Die neue Brücke soll bis 2020 nach einem Plan des Genueser Stararchitekten Renzo Piano gebaut werden. (APA)