Letztes Update am Mo, 07.01.2019 12:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


AK Tirol

Schneechaos: Wer nicht zur Arbeit kann, muss keinen Urlaub nehmen

Wenn extreme Wetterbedingungen herrschen und man deshalb seine Arbeit nicht oder nicht pünktlich antreten kann, liegt ein Dienstverhinderungsgrund vor, erklären die Arbeitsrechtsexperten der AK Tirol.

Wer wegen extremer Wetterbedinungen nicht rechtzeitig zur Arbeit kommt, muss keine dienstrechtlichen Konsequenzen befürchten.

© zeitungsfoto.atWer wegen extremer Wetterbedinungen nicht rechtzeitig zur Arbeit kommt, muss keine dienstrechtlichen Konsequenzen befürchten.



Innsbruck – Die Straßen sind gesperrt, die Bahnverbindungen unterbrochen, Lawinenwarnungen ausgegeben: Der Winter hat in Tirol richtig Einzug gehalten und bringt auch für Berufstätige einige Unsicherheiten: Was ist, wenn man wegen des Wetters nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann? Viele fragen sich, ob sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Die Arbeitsrechtsexperten der Arbeiterkammer Tirol geben Entwarnung: „Wird vom Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen, um zur Arbeit zu kommen, sind arbeitsrechtliche Konsequenzen ausgeschlossen“, stellen die Experten in einer Aussendung klar. Könne man bei extremen Wetterbedingungen nicht oder nicht pünktlich bei der Arbeit sein, dann liege ein Dienstverhinderungsgrund vor. Ein Fernbleiben ist demnach entschuldigt. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die Beschäftigten müssten alles Zumutbare unternehmen, um es trotz des Schnees und des Eises (pünktlich) zur Arbeit zu schaffen.

Kein Urlaub, kein Zeitausgleich

Das heißt, sie müssen früher als sonst aufbrechen, wenn der Wetterbericht schon am Vorabend auf Schneechaos hinweist. Oder – wenn die Möglichkeit besteht – vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Zumutbarkeit hänge jeweils vom Einzelfall ab, so die AK-Experten. Wichtig sei es jedenfalls, dem Arbeitgeber umgehend eine Verspätung oder ein Fernbleiben zu melden.

Urlaub oder Gleitzeit müsse man für den entgangenen Arbeitseinsatz keinen in Anspruch nehmen, auch Zeitausgleich könne keiner verrechnet werden. Auch eine Entlassung sei aus diesen Gründen nicht berechtigt, sowohl Arbeiter als auch Angestellte müssten für die Dauer der Dienstverhinderung ihr Entgelt bekommen. Die Arbeitsrechtsexperten der AK Tirol informieren zu diesem Thema unter der Hotline-Nummer 0800/225522-1414. (TT.com)