Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Bezirk Reutte

Brautpaare brachen im Außerfern 2018 alle Rekorde

Lena und Paul waren 2018 im Außerfern die beliebtesten Vornamen. 206 Verlobte schlugen den Weg in die Ehe ein und sorgten damit für einen neuen Hochzeitsrekord.

Mit 103 Trauungen kletterte die Zahl der Eheschließungen auf einen neuen Spitzenwert.

© iStockphotoMit 103 Trauungen kletterte die Zahl der Eheschließungen auf einen neuen Spitzenwert.



Von Simone Tschol

Außerfern – Gibt es das perfekte Heiratsalter? Wohl kaum. Jedenfalls finden sich auch in der Statistik des Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverbandes Reutte dafür keine schlüssigen Hinweise. Der älteste Mann, der vor den Standesbeamten trat, fühlte sich mit 65 Jahren reif für die Ehe. Die älteste Frau, die das Jawort aussprach, war 62 Jahre alt. Ihnen gegenüber steht der jüngste Bräutigam mit 23 Jahren. Die jüngste Braut war bei der Eheschließung gerade einmal 18 Jahre alt. Auch große Altersunterschiede hinderten Paare nicht daran, Ja zueinander zu sagen. Um 17 Jahre war ein Außerferner älter als seine Angebetete.

Eines aber wird beim Blick in die Statistik deutlich: Den Bund fürs Leben zu schließen, lag 2018 im Außerfern wieder voll im Trend. Mit 103 Trauungen wurde sogar ein neuer Hochzeitsrekord aufgestellt. Denn nach mehr als drei Jahrzehnten wurde damit die 100er-Marke wieder überschritten. Hinzu kommen noch 28 Ehen, die im Ausland geschlossen wurden. Eingetragene Partnerschaft wurde im Vorjahr keine vermerkt. 19 Trauungen wurden in den Räumlichkeiten der Ehrenberger Klause und 84 im Trauungszimmer der Marktgemeinde von den Standesbeamten vorgenommen. Von den 206 Brautleuten besaßen 66 fremde Staatsangehörigkeiten. 42 davon waren Deutsche, die restlichen 24 verteilen sich von Afghanistan über die Türkei, Italien, Belgien, die Schweiz, Slowakei, Kroatien, Nigeria, Rumänien, Bosnien-Herzegowina bis nach Kuba.

Aber nicht nur die Brautpaare wurden gefeiert. Auch die Ankunft 291 neuer Erdenbürger gab in den Familien reichlich Anlass zur Freude. Zwei Zwillingsgeburten lieferten dafür gleich doppelten Grund. 287 Babys wurden im Bezirkskrankenhaus entbunden, vier Kinder kamen zuhause zur Welt. Von den 291 Neugeborenen waren 147 Buben und 144 Mädchen.

Auf den Standesamtsverband Reutte, welcher die Gemeinden Reutte, Breitenwang, Lechaschau, Ehenbichl, Pflach, Höfen, Wängle, Heiterwang, Musau und Pinswang umfasst, entfielen 147 Geburten. Spitzenreiter war Reutte mit 68, gefolgt von Lechaschau und Pflach mit je 15, Breitenwang (14) und Höfen (10). Musau ging im Vorjahr leer aus. Auf die anderen Gemeinden des Bezirks entfielen 144 Geburten, wobei Ehrwald mit 21, Vils mit 15 und Bach mit elf Neuankömmlingen die Liste anführen.

Auffallend: Mit Ausnahme von Namlos (1) und Gramais (1) mussten die Lechtaler Seitentalgemeinden im Vorjahr wieder passen, was den Nachwuchs angeht. Auch Zöblen und Jungholz werden mit null Neugeborenen in der Statistik geführt, wobei die Jungholzer fast standesgemäß in der Klinik Immenstadt im Allgäu zur Welt kommen. Sie werden, wie all jene Geburten von Außerfernern, die im Ausland erfolgen, anschließend im Personenstandsregister nachgetragen.

Von den 291 Babys wurden 139 außerehelich geboren. 248 besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, 43 besitzen eine ausländische bzw. eine Doppelstaatsbürgerschaft.

Die Hitliste der beliebtesten Vornamen führt bei den Mädchen Lena (4 Namensgebungen) an. Dahinter folgen mit je 3 Namensgebungen Eva, Anna, Sophia, Johanna, Magdalena und Amelie. Bei den Burschen setzte sich Paul (6) vor Jonas (5) und Fabian (3) durch.

Das vergangen Jahr 2018 war jedoch nicht nur ein Zeitraum der Freude. Den 291 Geburten stehen 187 Sterbefälle gegenüber. Von 95 Frauen und 92 Männern galt es für immer Abschied zu nehmen. Zwölf sind im Seniorenzentrum Reutte verstorben, 28 im Bezirkspflegeheim, 44 zuhause und 15 Personen sind an anderen Orten ums Leben gekommen.