Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Bezirk Landeck

Schneeräumer in Landeck bis Ende nächster Woche im Einsatz

Der Winterdienst der Stadt Landeck könnte bis zu 120.000 Euro kosten. Die jüngsten Schneefälle erfordern einen Großeinsatz an Muskelkraft und Gerät.

Der Unimog der Stadtgemeinde Landeck räumt die Innbrücke. Frischer Schnee darf in den Fluss gelangen, verschmutzter Schnee wird hingegen bis zur Schmelze auf einem Lagerplatz deponiert.

© WenzelDer Unimog der Stadtgemeinde Landeck räumt die Innbrücke. Frischer Schnee darf in den Fluss gelangen, verschmutzter Schnee wird hingegen bis zur Schmelze auf einem Lagerplatz deponiert.



Landeck – Er hätte mit seinem Pkw pünktlich zum Bahnhof kommen müssen, beschwerte sich ein Land­ecker beim Stadtamt. Doch der Schneepflug habe die Tiefgarageneinfahrt „zugemauert“.

Beschwerden wie diese würden bei massivem Schneefall immer wieder eintreffen, bestätigen BM Wolfgang Jörg und Norbert Moschen, Koordinator für den Winterdienst der Stadt. „Andererseits sind die Bewohner aber auch dankbar, dass geräumt wird.“

Nicht nur der Räumtrupp der Stadt, auch Radlader und Lkw von heimischen Frächtern sind dieser Tage frühmorgens bis spätabends im Einsatz. Zahlreiche kleine Landecker Gassen müssen händisch freigeschaufelt und rutschsicher gemacht werden. „Der Schnee muss weg. Sonst haben wir keinen Platz mehr für den nächsten Schnee“, schildert Bauhofleiter Martin Probst. Er rechnet damit, dass die Räumarbeiten noch bis Ende nächster Woche dauern – vorausgesetzt, es kommt kein neuer Schnee dazu.

„Alles gleichzeitig geht aber nicht“, hebt Jörg hervor. „Da und dort treffen Anfragen bei uns ein. Aber im Großen und Ganzen gibt es viel Verständnis, dass die Schneemassen nach Prioritäten abgearbeitet werden müssen.“ Vorrang habe die Infrastruktur der Innenstadt. So nebenbei habe die Stadtgemeinde auch noch „normale“ Aufgaben wie die Müllabfuhr zu machen. „Das Netz der Gemeindestraßen umfasst mehr als 35 Kilometer. Mit einer Schneepflugfahrt ist es nicht getan“, weiß Moschen. Es könne vorkommen, dass private wie öffentliche Gehsteige geräumt und wenig später vom Pflug wieder „gefüllt“ würden. Mit einem derartigen „Ping-Pong-Spiel“ müsse man leben. Auch Rekorde könnten heuer fallen: Im vorigen Winter habe man 150 Tonnen Salz benötigt, bis dato wurden bereits 90 Tonnen gestreut.

Streusalz ist Fischern ein Dorn im Auge. Er hoffe, dass die Stadt bei der Altschnee-Entsorgung die Vorgaben des Landes berücksichtigt, sagte der Landecker Fischerei-Bewirtschafter Helmut Alexander am Donnerstag. Moschen versicherte: „Selbstverständlich halten wir uns an die Richtlinien.“ Nur frischer Schnee werde (bis 48 Stunden nach dem Schneefall) in Gewässer gekippt. Für den Altschnee habe die Stadt ein Depot in der Urichstraße eingerichtet. Noch nicht beziffern könne er die Kosten des Winterdienstes, sagt Stadtkämmerer Walter Gaim. „Nur dass man die Größenordnung weiß: Vorigen Winter sind wir insgesamt auf 120.000 Euro gekommen.“ (hwe)