Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 20.01.2019


Schneechaos

Vorarlberg kann Skiraum sperren, Tirol setzt auf Bewusstseinsbildung

Um Skifahrer und Snowboarder bei drohender Gefahr vom freien Skiraum fernzuhalten, hat bundesweit nur Vorarlberg eine rechtliche Handhabe.

Im freien Gelände herrscht Wegefreiheit.Foto: iStock

© iStockphotoIm freien Gelände herrscht Wegefreiheit.Foto: iStock



Innsbruck/Wien – Pulverschnee und unverspurte Hänge – diese Kombination kann zur tödlichen Gefahr werden. Um Skifahrer und Snowboarder in dieser heiklen Zeit vom freien Skiraum fernzuhalten, hat bundesweit nur Vorarlberg eine rechtliche Handhabe.

Laut Christoph Pölzl, Sprecher des Innenministeriums, „gibt es im dortigen Sportgesetz die Möglichkeit, Pisten, Skirouten und den angrenzenden freien Skiraum zu sperren. Dafür gibt es ,Pistenwächter‘, die auch die Möglichkeit zum Einschreiten haben, die Polizei hat ein Mitwirkungsrecht.“ In Tirol können die rund 150 Alpinpolizisten hier nicht aktiv werden: „Es handelt sich um freies Gelände, wo laut Gesetz eine Wegefreiheit herrscht.“ Ausgenommen ist laut Pölzl St. Anton am Arlberg. „Dort gibt es eine Gemeindeverordnung, die Sperren zulässt, aber auch nur im organisierten Skiraum.“ In Tirol setzt man lieber weiter „auf Bewusstseinsbildung, die gut fruchtet. Das Gros hält sich an die Warnungen“, so Christa Entstrasser-Müller vom Büro LH-Stellvertreter Josef Geisler. Bei einem Gesetz stelle sich nämlich immer die Frage, „wie weit es in der Praxis überprüfbar ist“. Man werde sich dennoch mit dem Thema „Sicherheit“ im Landtag auseinandersetzen. (wa)