Letztes Update am So, 03.02.2019 21:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Brenner-Chaos: Rund 400 Schüler in Innsbrucker Notquartier

Das Rote Kreuz kümmerte sich am Samstag nach der Sperre der Brennerautobahn um gestrandete Reisende. Darunter auch mehr als 400 Schüler, die eigentlich Richtung Italien wollten.

In der Olympiaworld kamen die Schüler unter.

© zeitungsfoto.atIn der Olympiaworld kamen die Schüler unter.



Innsbruck – Am Samstagvormittag musst die Brennerautobahn auf Tiroler und Südtiroler Seite wegen Schnees und liegengebliebener gesperrt werden. Zudem waren die Brennerstaatsstraße (SS12) und die Brennerstraße gesperrt, Südtirol also aus Richtung Innsbruck nicht mehr erreichbar. Der Stau wuchs immer weiter, Tausende saßen in ihren Fahrzeugen fest.

Das Rote Kreuz schickte seine Helfer los, um sich um die Festsitzenden zu kümmern. Zuerst richteten die Einsatzkräfte in Schönberg und in Steinach am Brenner Versorgungszentren ein. Es gab warme Getränke und – wenn notwenidg – meidzinische Hilfe. Auch Feldbetten wurden zur Verfügung gestellt. In der Turnhalle in Steinach kamen rund 30 Schüler unter, die eigentlich mit dem Bus in Richtung Italien wollten.

Als am Abend noch immer kein Ende der Sperre in Sicht war, richteten die Stadt Innsbruck und das Rote Kreuz auch in der Landeshauptstadt Notzentren ein. Im Fahrtechnickzentrum Zenzenhof an der A13 und auch in der Olympiaworld wurden Feldbetten aufgestellt.

Kartenspielen zum Zeitvetreib.
Kartenspielen zum Zeitvetreib.
- zeitungsfoto.at

In der Olympiaworld kamen rund 400 Schüler unter. Nach Stunden im Stau und des Wartens mussten die Busfahrer ihre Ruhezeiten einhalten. Alle wurden mit warmen Tee versorgt. Im Technikzentrum fanden rund 30 Personen einen Platz zum Ausruhen. Insgesamt waren nach Angaben des Roten Kreuzes rund 80 Mitarbeiter im Einsatz.

Auf Südtiroler Seite waren Feuerwehrleute und der Zivilschutz des Weißen Kreuzes auf der A22 im Dauereinsatz. Reisende wurden aus ihren Fahrzeugen geborgen. Die Gestrandeten wurden von den Einsatzkräften mit warmen Getränken versorgt, berichtete stol.it.

Auf Feldbetten konnten sich die Gestrandeten ausruhen.
Auf Feldbetten konnten sich die Gestrandeten ausruhen.
- zeitungsfoto.at

Großes Lob gab es am Sonntag von Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi an die Einsatzkräfte: „Ich bedanke mich an dieser Stelle bei der Landesverkehrsabteilung der Polizei, die einen Großeinsatz hatte, um die Verkehrsströme zu lenken. Elmar Rizzoli vom Amt für allgemeine Sicherheit hat mit seinen Leuten großartig gearbeitet. Olympiaworld und ÖAMTC waren ausgezeichnete Gastgeber für die Unterbringungen hunderter Menschen, die dann vom Roten Kreuz und der Berufsfeuerwehr sowie den Freiwilligen Feuerwehren betreut wurden.“

Willi bedanke sich auch an all die Mitarbeiter der Hotels, die Hunderte Zimmeranfragen entgegennahmen und sich gekümmert haben, dass die Betroffenen doch noch ein Bett für die Nacht finden konnten. „Diese außergewöhnliche Nacht hat bewiesen, dass wir ein gastfreundliches Land sind, wo die Leute zusammenhelfen, wenn Außergewöhnliches passiert und Menschen Hilfe brauchen.“

Kurz vor Mitternacht war die Sperre auf der A22 schließlich aufgehoben. Und im Laufe der Nacht löste sich dann auch der kilometerlange Stau auf. (TT.com)