Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.02.2019


Exklusiv

Heim Martinsbühel: „Die schlimmste Form sexuellen Missbrauchs“

Die Innsbrucker Psychotherapeutin Ulrike Paul betreut(e) ehemalige Heimkinder von Martinsbühel. Sexualisierte Gewalt der Nonnen beschädigte die Weiblichkeit der Mädchen. „Ein zufriedenstellendes Leben hat keine von ihnen.“

Hinter den Mauern des ehemaligen Mädchenerziehungsheims Martinsbühel in Zirl missbrauchten die Nonnen die wehrlosen Mädchen.

© Vanessa Rachlé / TTHinter den Mauern des ehemaligen Mädchenerziehungsheims Martinsbühel in Zirl missbrauchten die Nonnen die wehrlosen Mädchen.



Von Peter Nindler

Innsbruck, Zirl – Nicht nur die Heimopfer vom Martinsbühel in Zirl bleiben ein Leben lang Opfer. Gezeichnet von jahrelanger Gewalt ist das spätere Leben misshandelter Kinder und Jugendlicher stets ein Grenzgang. Körperliche und psychologische Beeinträchtigungen wie Herzinfarkte bei Männern oder Gebärmuttererkrankungen bei Frauen sind ständig präsent. Dazu kommen Autoimmunerkrankungen oder Depressionen. Dann oftmals der Kampf um die Frühpensionierung in den Mühlen der Bürokratie. „Viele können sich nicht vorstellen, was die Gewalt in den Heimen für die weitere Biografie der Betroffenen bedeutet hat“, erzählt die Psychotherapeutin Ulrike Paul. Seit 2010 hat sie 70 ehemalige Heimkinder betreut und begleitet, darunter rund 15 Mädchen aus Martinsbühel. Im Auftrag der Ombudsstelle für Heimgeschädigte erhielt sie den Auftrag zur psychotherapeutischen Leitung einer Betroffenengruppe.

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