Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.02.2019


Bezirk Kufstein

Reifeprüfung für eine Vision

An der International School Kufstein (ISK) bereiten sich die ersten Schüler auf die Matura vor. Sie belehren Skeptiker eines Besseren.

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© Otter



Kufstein – Vor mehr als zehn Jahren wurde die Idee der International School Kufstein Tirol (ISK) geboren, Motor war damals der Fachhochschulvorreiter Walter J. Mayr. 2015 konnte sie eröffnet werden und heuer darf der erste Maturaball gefeiert werden. Leicht war der Weg nicht, der zum privaten konfessionellen Oberstufenrealgymnasium der Erzdiözese Salzburg im Gebäude der Fachhochhochschul­e Kufstein führte. Viele Skeptiker glaubten an mangelndes Interesse angesichts des hohen Schulgeldes. Letztlich standen aber auch die Stadt Kufstein und das Land Tirol mit Engagement hinter den Gründern, durch die Form eines katholischen Privatgymnasiums muss auch der Bund kräftig bei den Kosten für die 15 Lehrpersonen mitzahlen. Vor dem Start gab es dann aber auch noch das große Zittern von Direktor Herbert Madl und Administrator Walter Weiskopf: Werden sich genug Eltern finden, die immerhin zwölfmal ein monatliches Schulgeld inkl. Mittagessen von 585 Euro für den Schulbesuch ihrer Kinder berappen ? Am End­e startete man im September 2015 mit 23 Schülerinnen und Schülern den großteils in Englisch gehaltenen Unterricht. Praktisch sind das die „Pioniere“, die nun ihre Reifeprüfung und zusätzlich das „International Bacca­laureate Diploma“ machen. Mittlerweile ist die Zahl der Unterrichteten auf 93 angestiegen. Heuer gab es bereits zwei Einstiegsklassen, wie Mad­l stolz verkünden kann .

Keinesfalls, so der Direktor, sehe man sich als reine Eliteschule für die Sprösslinge betuchter Eltern. Der Kufsteiner Pädagoge betont, dass es auch einen sozial gestaffelten Tarif gebe. Bei entsprechenden Voraussetzungen könne das monatliche Schulgeld auf bis zu 175 Euro sinken, wobei dabei 130 Euro für das Essen inkludiert sind. Und man stünde nicht nur für Katholiken offen. Vielfalt sei im „Haus des Lernens“ das Schlagwort. Diese Mischung ist auch durch die Herkunft der Schüler gegeben: Nicht nur aus ganz Tirol und dem südlichen Bayern kommen die Jugendlichen nach Kufstein, sondern sie stammen aus ganz Europa und Übersee. Für Gymnasiasten, die einen zu weiten Anfahrtsweg haben, ist es möglich, im Kufsteiner Schülerheim Wazubi ein­e betreute Unterkunft anzubieten. Übrigens ist bei rund 160 Schülern Schluss, „wir wollen eine kleine, aber feine Schul­e bleiben“, sagt Madl. So könne man sich auch besser dem Ziel widmen, das auf die „intellektuell­e, emotionale und soziale Entwicklung der Heranwachsenden gerichtet ist“, wie es auf der ISK-Internetseite heißt. Für 2019/2020 wären noch Plätze frei. (wo)

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