Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.02.2019


Bezirk Reutte

Notarzthubschrauber „RK 2“ überflog die 1000er-Marke

Die in Reutte stationierten Besatzungen der ARA-Flugrettung wurden im Vorjahr zu insgesamt 1009 Einsätzen alarmiert. In den nächsten Monaten werden die Dienstzeiten der Crew nach und nach erweitert.

Die Rettungswinde des RK 2 musste im Vorjahr 180-mal eingesetzt werden, um Verletzte aus unwegsamem Gelände zu bergen.

© Charly WinklerDie Rettungswinde des RK 2 musste im Vorjahr 180-mal eingesetzt werden, um Verletzte aus unwegsamem Gelände zu bergen.



Von Simone Tschol

Ehenbichl – Wenn der rot-weiße „RK 2“-Notarzthubschrauber der ARA-Flugrettung von seinem Hangar beim Bezirkskrankenhaus Reutte in Ehenbichl abhebt, ist Eile geboten: Dann ist ein Mensch in Not. Ob verletzter Wintersportler, verunglückter Bergsteiger oder Schlaganfallpatient, innerhalb von wenigen Minuten ist die Besatzung – bestehend aus erfahrenen Piloten, Notärzten, Winch Operator/Notfallsanitätern und Flugrettern – in der Luft.

Im Vorjahr leisteten die Besatzungen 1009 Einsätz­e. Das sind um 19,7 % mehr als noch 2017. Damals waren es 843. Die fliegende Intensivstation ist inzwischen unverzichtbar für die Notfallversorgung – vor allem als schneller Notarztzubringer.

„Wir treiben die Entwicklung der Flugrettung in Österreich voran, denn das ist Teil unseres Selbstverständnisses“, unterstreicht Peter Huber, Geschäftsführer der ARA-Flugrettung. „Im vergangenen Jahr haben wir in diesem Rahmen eine H 145 in Reutte in Dienst gestellt, als ersten Hubschrauber dieses Typs in Österreich.“

Seit April starten die Besatzungen mit der hochmodernen Maschine, die in den Einsätzen seit der Indienststellung ihre Vorteile schon deutlich gezeigt hat: Der rot-weiße Hubschrauber ist leistungsstärker als das Vorgängermodell und damit besonders geeignet für den Einsatz mit der Winde im alpinen Gelände. Im Bereich der anspruchsvollen dringenden Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken, die oftmals zusätzliche Ausrüstung oder Personal erfordern, kann jetzt ein noch größeres Einsatzspektrum abgedeckt werden.

Auch 2019 treibt die ARA-Flugrettung ihre Weiterentwicklung voran, macht Huber deutlich: „Notfälle halten sich nicht an Uhrzeiten. Nach einem Unfall oder einem Herzinfarkt zählt jede Minute für das Überleben der Patienten, egal, ob es Tag oder Nacht ist. Daher gehen wir jetzt einen wichtigen Schritt weiter und verlängern die Dienstzeiten in Reutte in den kommenden Monaten nach und nach bis 22.30 Uhr.“

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist bereits erfüllt. Der H 145 ist zugelassen für den Einsatz von Nachtsichtgeräten, so genannten Night Vision Goggles, die Einsätze in Dunkelheit noch sicherer machen. Zudem verfügt er über eine komplette Nachtflugausstattung, die unter anderem einen Hochleistungsscheinwerfer und eine spezielle Cockpit-Konfiguration umfasst.

An der Reuttener Station der ARA-Flugrettung ist zudem ein Notarzteinsatzfahrzeug – kurz NEF – stationiert, mit dem bei Notfällen im Reuttener Ortsgebiet die medizinische Besatzung an den Einsatzort gebracht werden kann. Im Vorjahr leistete das NEF-Team 169 Einsätze. Im Jahr zuvor waren es 164.