Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.02.2019


Exklusiv

Beitrag pro Nächtigung für Tiroler Bergretter nicht sinnvoll

Tirols Bergrettungs-Landesleiter Hermann Spiegl spricht sich dagegen aus, die Unterstützung durch die Tourismusverbände zu reglementieren.

Im Großen und Ganzen sehen Tirols Bergretter ihre Arbeit durch TVBs und Gemeinden wertgeschätzt.

© zoom.tirolIm Großen und Ganzen sehen Tirols Bergretter ihre Arbeit durch TVBs und Gemeinden wertgeschätzt.



Schwaz, Innsbruck – Mit gerade einmal 200 Euro im Jahr subventioniert der Tourismusverband (TVB) Silberregion Karwendel die Bergrettung Schwaz und Umgebung – und liegt damit in Sachen Großzügigkeit im Vergleich zu anderen TVBs ganz weit hinten. Wie berichtet, hatte sich TVB-Obmann Andreas Jenewein zuletzt jedoch gesprächsbereit gezeigt, diesen Beitrag projektbezogen zu erhöhen.

Grundsätzlich, so erklärt Tirols Bergrettungs-Landesleiter Hermann Spiegl, pflegen Tourismusverbände, Gemeinden und die 91 Bergrettungs-Ortsstellen ein gutes Verhältnis und die Arbeit der Freiwilligen werde sehr wohl wertgeschätzt. „Aber natürlich gibt es Gemeinden, da funktioniert es vielleicht etwas besser und die finanzielle Unterstützung für die Bergrettung ist größer“, räumt Spiegl ein. Von einer Vereinheitlichung des Subventionssystems hält Spiegl jedoch wenig. Denn die Idee, einen Beitrag der Tourismusverbände an die Anzahl der Nächtigungen zu koppeln und diesen über die Bergrettungs-Zentrale an die einzelnen Ortsstellen auszuschütten, habe man bereits 2016 geprüft und verworfen. Bei knapp 50 Millionen Nächtigungen im Jahr und einem Beitrag von einem Cent pro Nächtigung wären das 500.000 Euro im Jahr TVB-Beitrag für die Bergretter. „Es gibt allerdings eine Reihe von Kooperationen und Vereinbarungen zwischen den Gemeinden, Tourismusverbänden und Bergrettungen vor Ort“, erklärt Spiegl. Und an diesen individuell geschlossenen Partnerschaften wolle man nicht rütteln.

Grundsätzlich steht die Finanzierung der Tiroler Bergrettung auf drei Säulen: Ein Drittel der Einnahmen stammt aus der Verrechnung von Einsätzen, ein weiteres Drittel kommt von Kooperationen mit Firmen und von Förderern. Das letzte Drittel schießt das Land zu, das im Rahmen eines Fördervertrages jährlich bis zu 930.000 Euro der Bergrettung zukommen lässt. (np)