Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.02.2019


Osttirol

Die Stadt Lienz widmet sich den Kleingärtnern

In die Mienekugel ziehen nach den Häuslbauern auch Schrebergärtner und eine Gärtnergemeinschaft.

Ihre Schrebergärten an der Drau mussten die Besitzer dieser Hütten für die neue Brücke räumen, jetzt erhalten die Gartenliebhaber ein neues Zuhause in der Mienekugel.

© Christoph BlassnigIhre Schrebergärten an der Drau mussten die Besitzer dieser Hütten für die neue Brücke räumen, jetzt erhalten die Gartenliebhaber ein neues Zuhause in der Mienekugel.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Östlich angrenzend an schon bestehende Schrebergärten in der Mienekugel entstehen auf einem Grundstück der Stadt Lienz bald neue Einheiten für Gartenfreunde. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig für einen Antrag auf Widmungsermächtigung in dieser landwirtschaftlichen Vorsorgefläche ausgesprochen. Nach der Genehmigung durch das Land wollen sich die Mandatare den vertraglichen Bedingungen für die zukünftigen Pächter widmen.

Das Areal ist bisher nicht durch Kanal- oder Wasserleitungen entsprechend erschlossen. „Wir werden uns ansehen, wie die jetzigen Kleingärtner dort ihre Ver- und Entsorgung geregelt haben“, kündigte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik an. Seit 2012 sei ohnedies die Fortführung der Hauptkanal- sowie der Wasserleitungen für die neuen Einfamilienhäuser in der Mienekugel bis in die Bürgerau vorgesehen gewesen, erklärte die Stadtchefin. Derzeit handle es sich dort um eine „Sackleitung“ ähnlich einer Sackgasse, die aufgrund mangelnder Zirkulation keine ideale Lösung darstelle.

Mehrere Schrebergartenpächter an der Drau südlich des Lienzer Bahnhofes mussten ihre Kleinode aufgeben, weil genau dort gerade die neue Brücke für das Mobilitätszentrum gebaut wird. Es habe keine Verpflichtung der Stadt für die Schaffung von Ersatzflächen bestanden, antwortete Blanik auf eine Frage von Gemeinderat Josef Blasisker (FPÖ). „Wir haben uns dennoch darauf verständigt. Der Bauhof war auch bei der Umsiedlung der Hütten behilflich“, erklärte Blanik und bezifferte die Kosten dafür mit 2000 Euro.

Vertreter aller politischen Parteien sprachen sich grundsätzlich für diese neue Gartensiedlung am nordöstlichen Lienzer Stadtrand aus. Eine zukünftige Erweiterung ist möglich, weil vorläufig nur die Hälfte des Grundstückes benötigt wird. Fünf Pächter sind bereits fix, weitere fünf Einzelflächen können noch vergeben werden.

Erstmals hat sich im Vorjahr eine Initiativgruppe für einen Gemeinschaftsgarten formiert. Die intensive Suche nach einem geeigneten Grundstück in der Stadt in den letzten Monaten sei nicht von Erfolg gekrönt gewesen, teilte Gemeinderätin Gerlinde Kieberl (GUT), selbst Teil der Gruppe, mit. Sie brachte im Namen von einem guten Dutzend Einzelpersonen, Familien und Einrichtungen den Antrag ein, auf einem Teil der Fläche einen Gemeinschaftsgarten einrichten zu dürfen. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig.