Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.03.2019


Bezirk Imst

10.000 Pflanzen gesetzt: In Ochsengarten wird saniert

Überforstung und illegale Ablagerung werden offiziell eingestellt.

Hubert Leitner sieht Sanierungsbedarf in Ochsengarten.

© DornHubert Leitner sieht Sanierungsbedarf in Ochsengarten.



Haiming – Gegen den bisher beschlossenen Hiebsatz von 1015 m³ Einschlag pro Jahr in den Wäldern der Gemeindeguts-AG (Agrargemeinschaft, Anm.) Ochsengarten hätten sich die Bauern und auch der AG-Ausschuss schon lange gewehrt. Es sei darauf hingewiesen worden, dass das für einen gesunden Waldbestand viel zu viel wäre. Doch erst im letzten Jahr hätte die Forstinspektion erstmals auf die Kritik reagiert. So nach dem Motto: „Die Berechnungen hätten gestimmt, aber die Wirklichkeit schaut anders aus“, berichtete Substanzverwalter Hubert Leitner dem Gemeinderat Haiming bei dessen jüngster Sitzung.

So habe man sich nun zu einer Reduktion von 450 m³ entschlossen, was aber auch eine Reduktion von 20- bis 25.000 Euro an Einnahmen pro Jahr zur Folge habe. Bei solch einer Summe wäre für die Zustimmung des Substanzverwalters ein Gemeinderatsbeschluss nötig, so Leitner, der empfiehlt, dem Vorschlag auf Reduktion zuzustimmen.

Im alten, bereits von der AG gekündigten Bewirtschaftungsübereinkommen seien jedem Agrarier neun Meter Nutzholz sowie neun Meter Brennholz zugeteilt gewesen. Das müsse nun neu ausverhandelt werden. Leitner sieht es mit Schwierigkeiten verbunden, den jahrelang überforsteten Wald wieder zu sanieren. Schon im letzten Jahr wurden 10.000 Pflanzen neu gesetzt und auch für heuer sei eine solche Anzahl geplant.

Auch die seit dem Jahr 2001 illegal betriebene Bodenaushubdeponie in Ochsengarten müsse nun saniert werden, wie Leitner berichtete.

Als Mitte der 80er-Jahre die Landesstraße nach Kühtai ausgeglichen wurde, wurde damals in Ochsengarten ein Loch ausgehoben, das sukzessive mit Aushubmaterial aufgefüllt werden sollte. Die forstrechtliche Bewilligung für die Deponie lief im Jahr 2001 aus. Seither wurde dort einerseits illegal bzw. ohne Aufzeichnungen Material deponiert. Als dann im letzten Frühjahr die Deponie „ziemlich voll“ gewesen sei, sei von den Bergbahnen die Anfrage nach Material für eine Pistenerweiterung gekommen, so Leitner: „Für das Material haben sie nichts bezahlt, nur für den Transport.“

Im Herbst sei dann eine Anzeige auf der Bezirkshauptmannschaft eingegangen. Hubert Leitner sei nun ebenso wie Bürgermeister Josef Leitner (Substanzverwalter 2015–16) und Agrarobmann Alois Burkert mit einer Klage konfrontiert. Der Bürgermeister dazu: „Ich zahle die Strafe garantiert nicht, weil ich habe nie jemandem erlaubt, dort abzuladen und ich habe auch nie mitbekommen, dass da jemand ablädt.“

Wer dort was im Laufe der Jahre abgeladen hätte, wisse auch er nicht, so der seit 2016 als Substanzverwalter eingesetzte Hubert Leitner: „Es gibt keine Aufzeichnungen, wer was abgeladen hat. Solange ich das verfolge, habe ich nur Aushubmaterial gesehen. Aber kontrolliert ist das nie geworden.“ Wie man nun mit der inzwischen stillgelegten Deponie weiterverfahren wird, damit soll sich indes der Bauausschuss der Gemeinde befassen. (ado)